Kino

Drehbuchautor*innen solidarisieren sich mit Anika Decker

In ihrer gerichtlichen Auseinandersetzung mit Warner Bros. und Til Schweigers Barefoot Films über die Gewinnbeteiligung an den Auswertungserlösen der Kinofilme "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken" erhält deren Drehbuchautorin Anika Decker jetzt Unterstützung ihrer Kolleg*innen.

04.12.2020 09:58 • von Jochen Müller
Anika Decker und Til Schweiger, hier bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises im Jahr 2009, stehen sich derzeit vor Gericht gegenüber (Bild: imago images / Spöttel Pictures)

Der Verband Deutscher Drehbuchautoren, die Autor*inneninitiative Kontrakt 18 und die Mitglieder der Sektion Drehbuch der Deutschen Filmakademie haben ihre Solidarität mit Drehbuchautorin Anika Decker bekundet.

Diese befindet sich derzeit in einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit Warner Bros und Til Schweigers Barefoot Films über ihre Beteiligung an den Auswertungserlösen der Kinofilme Keinohrhasen" und Zweiohrküken", zu denen sie die Drehbücher verfasst hatte. Nach einer mündlichen Verhandlung hatte ihr das Landgericht Berlin im Oktober einen Auskunftsanspruch gewährt (wir berichteten). Gegen diese Entscheidung haben die beklagten Firmen jetzt Berufung eingelegt.

In ihrem Solidaritätsschreiben betonen der VDD, Kontakt 18 und die Sektion Drehbuch der Deutschen Filmakademie, dass Decker zwar nicht die erste Drehbuchautorin sei, die sich gemäß § 32a Urheberrechtsgesetze ihre Rechte auf angemessene Beteiligung erstreiten müsse, aber die erste, die nicht am Ende ihrer Karriere, sondern dies "in einer Phase großer Erfolge ihres künstlerisches Schaffen" tue - und damit riskiert, in der Branche fortan als schwierig zu gelten. Damit sei sie ein "Sinnbild für ein neues Selbstverständnis und - bewusstsein der modernen DrehbuchautorInnen-Generation"; ihr Kampf sei "nicht allein der Kampf Anika Deckers. Es ist der Kampf aller Autorinnen und Autoren", heißt es in dem Solidaritätsschreiben weiter.

Dabei gehe es nicht nur darum die Leistung der Autor*innen anzuerkennen und die Wertschätzung in Form eines Honorars auszudrücken; es gehe auch um "Transparenz, eine faire Beteiligung und eine faire Zusammenarbeit auf Augenhöhe".

Als Skandal bezeichnen es die Unterzeichner des Schreibens, dass die Transparenz zwischen den Vertragspartnern im Filmbereich weiterhin "kostenspielig und mit hohem persönlichen Aufwand und Risiko" vor Gericht erstritten werden müsse. "Wer von den Werken von Autorinnen und Autoren profitiert, muss sie selbstverständlich am Erfolg beteiligen und Auskunft erteilen über die Umsätze und Gewinne auf allen Wertstöpfungsstufen", sind sich die Unterzeichner einig.

Das Solidaritätsschreiben im Wortlaut