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Kino

ÖFI: Österreichische Branche behauptet sich

Das Österreichische Filminstitut hat seinen neuen Filmwirtschaftsbericht veröffentlicht, der die Zahlen von 2019 beleuchtet. Im Vorwort geht ÖFI-Chef Roland Teichmann jedoch zuerst auf das für die gesamte Branche schwierige Jahr 2020 ein.

02.12.2020 14:50 • von Barbara Schuster
Roland Teichmann (Bild: Privat)

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Das Österreichische Filminstitut hat seinen neuen Filmwirtschaftsbericht veröffentlicht, der die Zahlen von 2019 beleuchtet. Im Vorwort geht ÖFI-Chef Roland Teichmann jedoch zuerst auf das für die gesamte Branche schwierige Jahr 2020 ein: "Wir leben nahezu in einer neuen Zeitrechnung: vor und nach COVID-19, wann auch immer das 'danach' sein mag. Die in Folge der Pandemie erforderlichen behördlichen Maßnahmen haben die Filmwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette durcheinandergewirbelt; die Langzeitfolgen davon sind nicht absehbar. Die Produktion wurde dramatisch gebremst, der Verwertung des vorhandenen Contents verlagerte sich noch schneller als bisher in Richtung VoD. Und in Zeiten des verordneten Zuhause Bleibens erlebte auch das lineare TV (nicht nur durch die gesteigerte Relevanz der aktuellen Berichterstattung) eine gewisse Renaissance. So hat jede Krise ihre Chancen, ihre Gewinner*innen und Verlierer*innen, auch wenn dies im gesamten Ausmaß (vor allem für das Kino) wohl noch länger nicht feststeht. Wir befinden uns mitten in einem spannenden Transformationsprozess, in dessen Zentrum jedoch klar der weiter ansteigende Bedarf an Content steht - und das sind jedenfalls gute Nachrichten!" Die Zahlen für 2019 können sich auf alle Fälle noch sehen lassen, stehen sie auch unter dem Motto: "Die österreichische Filmwirtschaft kann sich behaupten!" Zuletzt waren laut Bericht 2500 Unternehmen mit rund 8200 Beschäftigten in der Filmwirtschaft, die (stabile) 1,4 Mrd. Euro Erträge und Erlöse erwirtschaften konnten. Trotz leichter Rückgänge der Erlöse und Erträge wuchsen laut den Auswertungen die Beschäftigungszahlen insgesamt um 2,6 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten nahm im wichtigsten Bereich, bei den Produktionsfirmen sogar um 5,1 Prozent zu. Die Konkurrenz im Kino war 2019 wieder enorm und stellte einen neuen Rekord auf: 488 Filme erlebten ihre Starts und generierten insgesamt 13,7 Millionen Besucher*innen (+ 5,8 Prozent zum Vorjahr) bzw. ein Boxoffice von 129,5 Mio. Euro. Die Zahl der gezeigten Filme ist damit das sechste Jahr in Folge gestiegen: 2008 waren laut ÖFI "nur" 324 Filme im Kino. Der österreichische Film erzielte dabei einen Marktanteil von 3,3 Prozent; erfolgreichster Titel war die Komödie "Love Machine" mit 140.000 Besuchern. Der Marktanteil für die heimischen Kinofilme sei "kein überragender, gemessen an der Marktsituation und unter Berücksichtigung des kulturellen Auftrags der Filmförderung, aber ausbaufähig", heißt es in dem Bericht. 2019 gab es in Österreich 142 Kinos mit 569 Kinosälen. Während die Anzahl der Kinos gegenüber dem Vorjahr gleich ist, sank die Anzahl der Säle von 577 auf 569. Die österreichischen Besucher zahlten einen durchschnittlichen Kartenpreis von 9,48 Euro (+ 2,9 Prozent zum Vorjahr).

Obwohl die Streamingplattformen auch in Österreich an Zugkraft gewinnen, sei es nach wie vor das lineare Fernsehen, das die breitesten Publikumsschichten anzieht. TV erreichte in Österreich 2019 im Schnitt 66,4 Prozent der Bevölkerung, die tägliche Sehdauer lag bei 196 Minuten pro Tag. Wobei der Zugriff aufs TV-Angebot zunehmend ein Phänomen der älteren Bevölkerung werde und die jüngeren Zielgruppen ihre Programme übers Internet konsumieren.

Der aktuelle Filmwirtschaftsbericht steht auf https://www.filminstitut.at/de/filmwirtschaftsberichte/ zum Download bereit.