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UFA verpflichtet sich zu mehr Diversität

Das Produktionsunternehmen will vor und hinter der Kamera bis Ende 2024 in seinem Gesamtportfolio die Diversität der Gesellschaft abbilden.

26.11.2020 15:26 • von Frank Heine
UFA-CEO Nico Hofmann (Bild: UFA)

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Die UFA will künftig für mehr Diversität vor und hinter der Kamera sorgen. Dazu verpflichtet sich das Unternehmen in einer am heutigen 26. November publik gemachten Erklärung. Als Ziel nennt die UFA, bis zum Ende des Jahres 2024 im Gesamtportfolio ihrer Programme eines Jahres die Diversität der Gesellschaft abzubilden. Als Orientierung soll dabei der Zensus der Bundesregierung sein. Die formulierten Ziele und die programmlichen Quoten werden einem Monitoring unterzogen und ausgewertet. Für Ende 2021 ist eine erste Auswertung der Ergebnisse angekündigt.

In der UFA-Erklärung heißt es, dass man als kreatives Unternehmen Diversität nicht nur als wichtigen Teil von Creative Responsibility, sondern als einen zentralen Bestandteil der Unternehmenskultur sehe, den es aktiv zu gestalten gelte. "Ziel ist es, den Anspruch von Diversität, Inklusion, Chancengleichheit und Toleranz als Selbstverständlichkeit zu leben."

Um alle Aktivitäten zu bündeln und fokussiert voranzutreiben wurde ein interner Diversity-Circle gegründet, bestehend aus Patinnen und Paten zu den vier Fokusthemen Gender, LGBTIQ, People of Color sowie Menschen mit Beeinträchtigungen. Die UFA will in ihren Programmen künftig Diversität als Normalität zeigen. Es wurden in diesem Zusammenhang gemeinsam mit Angehörigen der im deutschen Fernsehen unterrepräsentierten Gruppen Leitfäden entwickelt, die in Form eines Fragenkatalogs allen Kreativen dabei helfen sollen, ihre Projekte, Narrative und Charakterzeichnungen hinsichtlich Stereotypen kritisch zu hinterfragen.

Darüber hinaus ist die UFA Kooperationen mit der MaLisa Stiftung von Maria und Elisabeth Furtwängler und mit Tyron Ricketts' Firma Panthertainment eingegangen. Die UFA fördert die nächste Studie der MaLisa Stiftung und der Hochschule Wismar zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt im Deutschen Fernsehen. In der Zusammenarbeit mit Panthertainment geht es darum, alte Erzählmuster aufzubrechen und Kreativen - unabhängig von Herkunft und Hautfarbe - die Möglichkeit zu geben, Geschichten aus ihrer Perspektive zu erzählen.

"Viele unterschiedliche Blickwinkel sind auschlaggebend, um einzigartiges Entertainment für das Publikum zu erschaffen", heißt es in einem Statement von UFA-CEO Nico Hofmann. "Nur wenn Diversität hinter der Kamera zum Selbstverständlichen gehört, kann sie auch vor der Kamera entstehen. Die UFA möchte es schaffen, diesen schwer greifbaren Begriff real abzubilden."

Joachim Kosack, Geschäftsführer UFA und UFA Serial Drama verweist auf die besondere Verantwortung von Medienschaffende. "Wir müssen die uns zur Verfügung stehenden kreativen Mittel nutzen, um verantwortlich zu handeln und als Vorbild zu dienen. Wir müssen diskriminierenden Tendenzen entschieden entgegentreten, entsprechende Themen setzen und diese in unseren Programmen sichtbar machen."