TV

Discovery plant offenbar großen Personalabbau bei Tele 5

Wie genau Discovery den hinzugekauften Sender Tele 5 gebrauchen würde, war bislang unklar. Klar ist jetzt, dass der Eigentümerwechsel größere Personaleinschnitte nach sich zieht.

26.11.2020 09:48 • von Michael Müller
Bei Tele 5 geht leider der Rotstift um (Bild: Tele 5)

Laut eines Berichts des Branchendienstes Meedia will der neue Tele-5-Besitzer Discovery von den knapp 70 Mitarbeitern des Senders mehr als 30 entlassen. Demnach informierte der neue Geschäftsführer Alberto Horta am Donnerstag über die Entwicklung. Die Tele-5-Übernahme durch das US-Unternehmen von Leonine war erst am 31. August abgeschlossen worden.

Bei einer ersten Programmpräsentation wurde der Eindruck vermittelt, dass Discovery erst einmal auf altbewährte Kräfte, Formate und vor allem Kontinuität setzen will. Dass die Übernahme aber nicht folgenlos bleiben würde, war zu erwarten, zumal sich Discovery aktuell prinzipiell neu in Europa aufstellt und plant, die Strukturen zu straffen und zusammenzufassen.

Laut Meedia sind bei Tele 5 überwiegend die Abteilungen Verkauf und Sendeplanung vom Stellenabbau betroffen. Letztere soll sogar komplett gestrichen werden. Geschäftsführer Horta sagte in einem Statement: "Es ist richtig, dass wir bei Tele 5 im Augenblick wie viele andere Unternehmen auch aktuell verschiedene Maßnahmen umsetzen, um in Zeiten von Unsicherheiten das Geschäft von Tele 5 wirtschaftlich nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Das wird auch unsere internen Strukturen betreffen. Wir bitten um Verständnis, dass wir dieses Thema im Augenblick nicht weiter kommentieren können."

Ihm sei es ein großes Anliegen, dass das Thema zunächst mit dem Betriebsrat und den betroffenen Mitarbeitern besprochen werde, bevor er sich öffentlich dazu äußere. "Das gebietet schon der Respekt gegenüber den betroffenen Mitarbeitern, die das aktuelle Umfeld nicht zu vertreten haben, aber trotzdem weitreichende persönliche Konsequenzen tragen müssen. Da dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist, können wir aus den dargelegten Gründen hierzu aktuell nicht konkreter Stellung nehmen."