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Kino

Frankreich peilt Termin für Kino-Neustart im Dezember an

Wie Präsident Emmanuel Macron heute mitteilte, haben die strikten Lockdown-Maßnahmen in Frankreich Wirkung gezeigt: Über die kommenden Wochen sollen sie nun gelockert werden - und einmal mehr hat das Nachbarland dabei auch die Kultur klar im Blick, die Macron als "unverzichtbar" bezeichnete. Bei strikten Restriktionen wird es für Kinos aber zunächst wohl bleiben.

24.11.2020 21:57 • von Marc Mensch
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (Bild: imago images/JP3)

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Anders als in Deutschland, wo der "Wellenbrecher-Lockdown" unmittelbar davor steht, nicht nur erheblich verlängert (einzelne Politiker sprechen schon jetzt unverblümt über eine Dauer ins Jahr 2021 hinein), sondern auch verschärft zu werden, scheinen die rigide(re)n Maßnahmen in Frankreich Früchte getragen zu haben. Wie Präsident Emmanuel Macron heute mitteilte, sei der Gipfel der zweiten Welle überschritten, man habe "das Schlimmste überstanden". Am gestrigen Montag lag die Zahl der neuen positiven Tests bei 9155 - was nur noch rund einem Viertel der Zahl von vor einer Woche entspricht. Auch die Zahl der Corona-Patienten in den französischen Krankenhäusern sank deutlich, wenngleich sie mit über 30.000 noch sehr hoch ist.

Wie Macron nun ankündigte, werden die Einschränkungen des öffentlichen Lebens über die kommenden Wochen hinweg peu a peu gelockert. Schon ab dem Wochenende sollen alle Geschäfte in Frankreich unter strengen Auflagen wieder öffnen, auch Gottesdienste (die anders als in Deutschland untersagt wurden) werden dann (mit Messen für maximal 30 Gläubige) wieder erlaubt. Zudem werden Bürger ihre Häuser wieder länger verlassen können, auch wenn allgemeine Ausgangsbeschränkungen wohl erst am 15. Dezember enden sollen - und auch dann nur im Tausch gegen eine Sperrstunde zwischen 21 und 7 Uhr, die für Weihnachten und Silvester ausgesetzt werden soll. Wenigstens bis Mitte Dezember müssen Frankreichs Bürger somit Bescheinigungen ausfüllen, wenn sie das Haus verlassen - und darin einen triftigen Grund nennen.

Den 15. Dezember peilt Frankreich auch als einheitlichen Termin für eine Wiedereröffnung der Kinos an, während Restaurants voraussichtlich bis 20. Januar geschlossen bleiben müssen; hier wurden weitere Hilfen versprochen. Auch der Neustart für Kinos und Theater ist daran gekoppelt, dass sich die Zahlen bis Mitte Dezember weiter positiv entwicklen, dementsprechend rief Macron seine Landsleute noch einmal eindringlich dazu auf, geltende Regeln zu befolgen. Unter welchen Rahmenbedingungen Kinos zunächst wieder spielen können, ist derzeit noch unklar, insbesondere was mögliche Ausnahmen von der Sperrstunde anbelangt. Dass die Kapazitäten eingeschränkt bleiben werden, ist anzunehmen, wobei in Frankreich bislang stets ein Meter Mindestabstand im Saal als ausreichend betrachtet worden war.

Eines jedenfalls machte Macron bei seiner heutigen Ansprache unmissverständlich klar: "Kultur ist unverzichtbar", so der Präsident.