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Produktion

Erster Trailer für "Boss Baby 2": "Spaß für die ganze Familie"

Gerade wurde der erste Trailer für "Boss Baby - Es bleibt in der Familie" veröffentlicht, die Fortsetzung des Dreamworks-Animation-Hits "The Boss Baby" von 2017, die am 25. März 2021 in die Kinos kommen soll. Wir sprachen mit Regisseur Tom McGrath und Produzent Jeff Hermann.

24.11.2020 17:30 • von Thomas Schultze
Da ist ein neues Boss Baby im Haus (Bild: Universal)

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Gerade wurde der erste Trailer für Boss Baby - Es bleibt in der Familie" veröffentlicht, die Fortsetzung des Dreamworks-Animation-Hits The Boss Baby" von 2017, die am 25. März 2021 in die Kinos kommen soll. Wir sprachen mit Erfolgsregisseur Tom McGrath ("Madagascar") und Produzent Jeff Hermann (Kung Fu Panda 3") - beide sind seit mehr als 20 Jahren bei Dreamworks Animation, arbeiten bei diesem Film aber erstmals miteinander.

Endlich gibt es einen ersten Trailer für "Boss Baby - Es bleibt in der Familie": Was wollen Sie rüberbringen?

TOM McGRATH: Eine Ansage ist entscheidend: Es ist ein Film, der der gesamten Familie Spaß macht. Das zumindest ist unser Ziel. In einem Trailer hat man immer nur begrenzte Zeit, diese Botschaft zu vermitteln. Aber es ist auch nur der Anfang, da kommt noch Einiges!

JEFF HERMANN: Wir nehmen im Grunde den ersten Film, breiten ihn jetzt aber auf einer viel größeren Leinwand aus. Wir stellen neue Familienmitglieder vor, die Familiendynamik hat sich verändert. Unverändert ist unser Bestreben, eine ganz universelle Geschichte zu erzählen, auf ebenso komische wie bewegende Weise.

TOM McGRATH: Komödie ist wichtig. Man erreicht das Publikum am besten, wenn man es zum Lachen bringt. Deswegen ist es immer ein Ziel, lustiger zu sein als beim letzten Mal. Aber man muss sein Publikum auch emotional erreichen, wenn man nachhaltig unterhalten will. Uns war es wichtig, Familienverhältnisse nicht zu beschönigen, sondern uns alle bekannte Situationen und Konflikte auf eine Weise zu betrachten, dass man auch darüber lachen kann.

Wie viel von der Handlung wird bereits verraten? Was kann man im Film noch entdecken?

JEFF HERMANN: Überraschungen müssen sein - da gibt es noch Einiges, was wir uns aufgehoben haben. Darum geht es in dem Trailer auch nicht. Wir wollen nicht die ganze Geschichte verraten. Vielmehr wollen wir erzählen, dass der neue Film unmittelbar ans Ende des ersten Teils anschließt. Sie erinnern sich sicherlich, dass "The Boss Baby" mit einem Flash-Forward in die Zukunft endet. Jetzt ist Tim ein Erwachsener, der die Geschichte von "The Boss Baby" seiner Tochter erzählt. Da setzt das Sequel an. Tim ist verheiratet, hat zwei Kinder, Boss Baby ist ebenfalls erwachsen, ein erfolgreicher Geschäftsmann. Das wollen wir mit dem Trailer ebenfalls kommunizieren.

Stand bereits fest, dass das die Prämisse des zweiten Teils sein sollte, als Sie die Arbeit an der Fortsetzung aufnahmen?

TOM McGRATH: In Familien geht es immer rund; oft kommt es vor, dass Familienmitglieder sich erst sehr eng sind, dann aber voneinander entfernen. Die Welt von "Boss Baby" ist ziemlich schräg und wild, aber im Zentrum stecken die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern. Diesmal müssen Tim und Boss Baby ein letztes gemeinsames Abenteuer bestehen, begleitet von Tims kleiner Tochter. Und jetzt kommt der Clou, der übrigens kein Spoiler ist: Die beiden nehmen einen besonderen Trank zu sich, der es ihnen erlaubt, wieder jung zu sein.

JEFF HERMANN: Uns gefiel die Idee wahnsinnig gut. Da ließ sich viel damit herumspielen. Wir betrachteten die beiden Geschwister als moderne Version von Dean Martin und Jerry Lewis. Amy Sedaris haben wir im Original obendrein als Tims Tochter, das neue Boss Baby, das diesmal aber ganz anders ist als im ersten Film.

Der erste Teil war im März 2017 im Kino. Wenn man bedenkt, wie lange man an einem CG-Animationsfilm arbeitet: Haben Sie direkt danach mit der Arbeit an Teil zwei begonnen?

TOM McGRATH: Ja, ziemlich genau. Wissen Sie, natürlich schauen wir auf die Umsatzergebnisse - wir wollen, dass unsere Filme gesehen werden. Aber das ist nicht die eigentliche Triebfeder für die Arbeit an einer Fortsetzung. Zumindest mir geht es so, und ich denke, mein Team sieht es genauso, dass wir so viel Zeit mit diesen Figuren verbringen, dass sie uns richtig ans Herz wachsen. Da ist es naheliegend, ihre Handlungsfäden aufgreifen, ihre Geschichten weitererzählen zu wollen. Wenn man uns lässt. Und da kommt das Einspielergebnis ins Spiel. "The Boss Baby" lief richtig gut, also mussten wir nicht lange betteln.

Jeff, Sie sind neu im Universum des "Boss Baby". Warum wollten Sie ihn an Bord haben, Tom?

TOM McGRATH: Er ist einer der besten Produzenten auf dem Gebiet der Animation, den ich kenne. Ich habe seine Arbeit immer bewundert, besonders was er bei den Kung Fu Panda"-Filmen geleistet hat, die ich wahnsinnig gerne mochte. Als Regisseur will man als Produzenten jemand an seiner Seite haben, der sich mit Animation auskennt und weiß, welche Bedürfnisse die Filmemacher haben. Jeff beherrscht seinen Job perfekt.

JEFF HERMANN: Danke für die Blumen, Tom! Man fühlt sich ja immer etwas komisch, wenn man der "Neue" ist an der Seite eines Teams, das die Figuren und die Tonalität bereits aus dem Effeff beherrscht. Aber mir gefällt dieses Universum, und ich fand, dass ich der richtige Mann für den Job war, gerade weil man mit dem Blick von Außen neue Ideen und Möglichkeiten mitbringt, damit man nicht in Routine verfällt.

War Corona ein Thema bei Ihrer Produktion?

JEFF HERMANN: Die Produktion selbst war fast gar nicht betroffen. Da ist man sicherlich im Vorteil, wenn man Computeranimation betreibt. Sicher, es war ärgerlich, dass wir uns nicht treffen und direkt austauschen konnten. Aber was die technologischen Anforderungen anbetraf, haben wir als Studio sofort reagiert und sehr schnell dafür gesorgt, dass wir unsere Arbeit reibungslos fortsetzen konnten. Und wir hatten davor schon fast zwei Jahre als Team zusammengearbeitet und Zeit gehabt, die Beziehungen zueinander reifen zu lassen. Davon zehrten wir, als wir uns nicht mehr treffen konnten.

TOM McGRATH: Wir waren eine der wenigen Produktionen in Hollywood, die durchgehend arbeitete, während alles dicht war. Ich fand es interessant. Weil alle von Zuhause arbeiten mussten, waren unsere Zoom-Meetings auf einmal voller Kinder, die auf den Knien von Mitarbeitern saßen oder vorbeischauten und in den Monitor winkten und sich anschauten, woran wir arbeiteten. Das war das beste Testpublikum, das man sich vorstellen kann.

"The Boss Baby" war das vorletzte Projekt unter dem alten Management von DreamWorks Animation. Die Fortsetzung ist nun einer der ersten Filme von DreamWorks Animation unter dem Dach von Universal. Machen sich Veränderungen bemerkbar?

TOM McGRATH: Eigentlich nicht wirklich. Margie Cohn, die neue Präsidentin von DreamWorks Animation, kenne ich seit vielen Jahren. Sie liebt, was wir machen, und stärkt uns den Rücken. Das ist entscheidend. Die Philosophie hat sich nicht geändert. Ich mag, dass sie sich stark dafür macht, nicht mehr nur so viele Fortsetzungen zu machen, sondern auch wieder verstärkt originale Stoffe in Angriff zu nehmen. Wenn ich es beurteilen kann, darf man sich darauf freuen, dass in der Zukunft wieder neue Wege eingeschlagen werden und Originalität großgeschrieben werden soll. Aber ich kann mich nicht beschweren: In all meinen Jahren bei dem Studio wurde ich gut behandelt. Dass das Management wechselt, kommt vor. In diesem Fall war der Übergang absolut nahtlos.

Das Gespräch führte Thomas Schultze.