Kino

Kanadischer Kinomarktführer schließt sich Fensterdeal an

Auch die kanadische Cineplex-Gruppe hat ein mehrjähriges Abkommen mit Universal über den Einsatz von Filmen mit erheblich reduzierten Fenstern abgeschlossen. Sie folgt damit auf die Nummer 1 und Nummer 3 der USA, AMC und Cineworld. In einer Mitteilung bestätigte Cineplex zudem einige der kolportierten Rahmenbedingungen.

20.11.2020 15:53 • von Marc Mensch
"Die Croods - Alles auf Anfang" ist einer der ersten Universal-Titel, die Cineplex unter den neuen Bedingungen einsetzt (Bild: Universal)

Es hat zwar etwas länger gedauert, als ursprünglich von Experten erwartet, aber das Beispiel, das AMC Ende Juli gesetzt hatte, macht in Nordamerika nun Schule. Nur wenige Tage, nachdem die Nummer 3 im US-Kinomarkt, Cinemark, den Abschluss eines vergleichbaren Abkommens bekanntgab, zog mit Cineplex nun auch der kanadische Marktführer nach - und bestätigte in seiner Mitteilung wesentliche Rahmenbedingungen.

Demnach garantiere das mehrjährige Abkommen für sämtliche Kino-Releases von Universal und Focus Features eine Kinoexklusivität von mindestens drei Wochenenden (einen Zeitraum von 17 Tagen), bevor die Filme auch im Wege von PVoD ausgewertet werden können - unter anderem auch über das Cineplex-eigene VoD-Angebot, den Cineplex Store. An dieser Stelle kommt von Cineplex auch eine wichtige Klarstellung: Denn das Boxoffice von 50 Mio. Dollar, mit dem sich das (Mindest-)Fenster auf fünf Wochenenden (insgesamt 31 Tage) verlängert, bezieht sich auf das Startergebnis am ersten Wochenende.

Laut Cineplex bewahre diese flexible Fenstervereinbarung das Kinoerlebnis, während es gleichzeitig den sich verändernden Konsumentengewohnheiten Rechnung trage, insbesondere vor dem Hintergrund der Pandemie. Details unter anderem zu einer Beteiligung an den PVoD-Einnahmen nannte Cineplex nicht, diese seien vertraulich. Denkbar ist aber durchaus, dass die Konditionen für eine Kette mit eigenem VoD-Angebot (wie es auch AMC mit AMC Theatres On Demand anbietet) an dieser Stelle womöglich gegenüber den Vereinbarungen mit Mitbewerbern ohne ein solches abweichen.

Cineplex-CEO Ellis Jacob jedenfalls spricht mit Blick auf Universal von einem "gleichgesinnten Partner", der das Kinofenster respektiere und sich der langfristigen Stabilität des Ökosystems der Kinoauswertung verpflichtet sehe. Gleichzeitig bekräftigte er den Glauben daran, dass die Pandemie der Magie des Leinwanderlebnisses sowohl seitens der Industrie als auch der Filmfans nur zusätzliche Anerkennung eingebracht habe.