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Heftige Kritik an Kurzfilmwettbewerb von ARTE

Ein Dokumentarfilmwettbewerb des deutsch-französischen Senders unter dem Header "Unbeschreiblich weiblich" hat einen Offenen Brief der Filmemacherinnen Pary El-Qalqili und Biene Pilavci nach sich gezogen, der bereits 675 Unterstützer*Innen in der Branche fand.

19.11.2020 16:17 • von Frank Heine
wirwarenimmerda mit ihrer Video-Botschaft an ARTE (Bild: Screenshot)

Der deutsch-französische Kulturkanal ARTE wollte mit der Ausschreibung "Regisseurin gesucht" einen Kurzdokumentarfilmwettbewerb zum Thema "Unbeschreiblich weiblich" ins Leben rufen und hat damit ein formvollendetes Eigentor fabriziert.

Die Autorinnen und Regisseurinnen Pary El-Qalqili und Biene Pilavci von der Initiative "NichtmeinTatort" reagierten mit einem Offenen Brief auf die Ausschreibung an ARTE, in dem sie die fehlende Gleichstellung von Regisseurinnen in der deutschen Film- und Fernsehbranche kritisieren.

Der Offene Brief fand inzwischen 675 Unterstützer*innen, darunter Doris Dörrie, Connie Walther, Esther Gronenborn, Alireza Golafshan, Albrecht Schuch, Frederick Lau, Julia Oelkers und Barbara Teufel.

Die Kritik richtet sich unter anderem gegen die diskriminierende Festlegung auf das Thema "Unbeschreiblich weiblich" und gegen die selektive Förderung von einer Wettbewerbsgewinnerin. Den Aufruf zur unentgeltlichen Herstellung von Kurzdokumentarfilmen beschreiben die Unterzeichnerinnen als "exkludierende Produktionsbedingungen".

Gemeinsam mit ihren Unterstützer*innen fordern sie eine sofortige Überarbeitung der Ausschreibung, strukturelle Gleichberechtigung und gerechte Teilhabe von Regisseurinnen bei ARTE, eine Einführung der 50/50 Gender-Quote für alle Sendeplätze und Filmproduktionen von ARTE, transparente Maßnahmen zur Umsetzung der Gleichberechtigung, Gender-Monitoring von allen redaktionellen Entscheidungen sowie verpflichtende Fortbildungen zu Feminismus- und Gendergleichberechtigung für alle ARTE-Redakteur*innen und Programmverantwortlichen.

Zu den Unterstützer*innen zählte eine Gruppe junger Filmemacher*innen, die sich unter #wirwarenimmerda vereint haben und als Antwort auf die ARTE-Ausschreibung einen Video-Brief auf ihrer Website www.wirwarenimmerda.de formuliert haben.

Den Offenen Brief finden Sie im Wortlaut an dieser Stelle.