Kino

Cineworld prüft Insolvenzverfahren

Einem Bericht der Financial Times zufolge visiert die weltweit zweitgrößte Kinokette ein Insolvenzverfahren an, um insbesondere die steigende Last an Mietrückständen zu drücken und Zeit bis zu einer Wiedererstarkung des Kinomarktes zu gewinnen. Auch die dauerhafte Schließung von Standorten steht demnach im Raum.

19.11.2020 13:03 • von Marc Mensch
Die zweitgrößte Kinokette der Welt ringt mit einem Schuldenberg und ausbleibenden Einnahmen (Bild: Cineworld)

Über Monate hinweg hatte sich CEO Mooky Greidinger in öffentlichen Statements hinsichtlich der Finanzreserven von Cineworld - zu der nicht zuletzt mit Regal auch die Nummer 2 der USA zählt - recht zuversichtlich gegeben. Erst Ende September hatte die weltweit zweitgrößte Kinokette bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz zwar vor weiteren Risiken gewarnt, aber festgestellt, dass man sich operativ für "sämtliche Eventualitäten" gut aufgestellt sehe.

Seither hat sich die Situation aber nur weiter verschärft - und es sind nicht zuletzt die Mietkosten, die den großen Kinounternehmen massive Probleme bereiten. So haben einem Bericht der Financial Times zufolge Unternehmen wie eben Cineworld, Vue, AMC-Tochter Odeon oder Everyman Cinemans längst externe Berater angeheuert, um mit Vermietern zu verhandeln.

Besonders detailliert stellt die Financial Times dabei die Situation der Kette Cineworld da, die sich in Großbritannien bereits mehreren bekanntgewordenen Klagen von Vermietern ausgesetzt sieht. Demnach erwäge das Unternehmen eine Insolvenz in Eigenverwaltung nach britischem Recht (ein sogenanntes Company Voluntary Agreement, CVA), das es erlauben würde, Verbindlichkeiten neu zu verhandeln und umzustrukturieren. Laut der Financial Times steht auch die Dauerhafte Schließung von Standorten im Raum.

Das Ziel der Anstrengungen natürlich, Zeit bis zu einem Wiedererstarken des Kinomarktes zu gewinnen, die jüngsten Nachrichten zur Verfügbarkeit von Impfstoffen liefern hier zumindest eine sehr grobe zeitliche Perspektive, die sich bereits positiv auf die Kurse von Cineworld und anderer großer Ketten ausgewirkt hatte.

Interessant wird es sein, zu sehen, wie Regal in den USA mit der Auswertungsstrategie für Wonder Woman 1984" umgeht - denn anders als große Mitbewerber hatte Cineworld das Kinofenster stets zur Bedingung für den Einsatz von Filmen gemacht - was unter anderem diverse aktuelle Universal-Titel ausschließt, darunter nicht zuletzt Die Croods - Alles auf Anfang". Wie bereits erwähnt, sind sämtliche Regal-Standorte in den USA geschlossen, auch jene, die kurzzeitig im Staat New York wiedereröffnet wurden.