Kino

Auch Cinemark schließt Fensterdeal mit Universal

Der Schritt war erwartet worden: Nachdem die Nummer 3 auf dem US-Kinomarkt zuletzt bereits mehrere Universal-Titel mit kurzem Kinofenster eingesetzt hatte, schloss man mit dem Studio nun einen Deal nach dem Vorbild von AMC. Selbst bei Blockbustern gibt man sich dabei offenbar mit einem Exklusivzeitraum von (mindestens) rund einem Monat zufrieden.

16.11.2020 23:53 • von Marc Mensch
Auch Cinemark lässt sich auf ein einmonatiges Fenster für Blockbuster (und ein noch kürzeres für umsatzschwächere) Titel ein (Bild: Cinemark)

Wie lange wird die Nummer 2 auf dem US-Kinomarkt noch an seiner konservativen Haltung zum Auswertungsfenster festhalten können? Die Frage stellt sich nun umso mehr, nachdem Cineworld sämtliche noch offenen (bzw. nur kurzzeitig im Staat New York wiedereröffneten) Kinos von Regal wegen Mangels an Filmnachschub geschlossen hat und nach Marktführer AMC mit Cinemark nun auch die Nummer 3 den Umgang mit neuen Auswertungsstrategien von Universal in vertragliche Form gegossen hat.

Der Schritt kommt wenig überraschen, nachdem sich Cinemark-CEO Mark Zoradi in der Vergangenheit bereits mehrfach positiv zu flexibleren Auswertungsmodellen geäußert und seine Kette (wie auch AMC) zuletzt Universal-Titel mit kurzen Kinofenstern wie die aktuelle Nummer 1 in einem nach wie vor darniederliegenden Markt, Freaky", eingesetzt hatte. Damit ist nicht nur ein klarer Rahmen für eine signifikante Verkürzung von Fenstern geschaffen; Cinemark hat sich nun auch einen Anteil an der PVoD-Auswertung entsprechender Titel gesichert.

In Ergänzung zu den Informationen, die bereits Ende Juli anlässlich des AMC/Universal-Deals durchgesickert waren, liegen nun offenbar auch konkretere Informationen zum Umgang mit größeren Titeln vor. Laut dem US-Branchendienst Deadline soll bei Filmen mit einem nordamerikanischen Boxoffice von wenigstens 50 Mio. Dollar ein 31-tägiges (Mindest-)Fenster greifen. Unterhalb dieser Schwelle läge die Kinoexklusivität bei 17 Tagen. Sowohl AMC als auch Cinemark setzen demnach Filme von Universal und Focus Features ein, bei denen das Studio nach Ablauf der jeweiligen Fristen die Option (!) hat, sie in eine PVoD-Auswertung zu holen, die ihrerseits aber parallel zu einer fortwährenden Kinoauswertung laufen kann.

Was die Beteiligung an den PVoD-Einnahmen anbelangt, gibt sich Deadline nicht ganz so sicher, berichtet aber unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, dass Universal insgesamt zehn Prozent der PVoD-Einnahmen für die Verteilung an kooperierende Kinos vorsieht, auf AMC und Cinemark sollen demnach jeweils zwischen 15 und 17 Prozent dieses Anteils entfallen.

Andere Studios haben offenbar noch keine vergleichbaren Abkommen geschlossen - aber es fällt natürlich auf, dass Universal aktuell der einzige Major ist, der neue Kinostarts in den Markt bringt, darunter nicht zuletzt "Die Croods- Alles auf Anfang", der ebenfalls mit einem verkürzten Fenster laufen soll und demnach von Regal nicht eingesetzt würde, wären deren Kinos nicht ohnehin wieder geschlossen worden.

So betonte Donna Langley als Vorsitzende der Universal Filmed Entertainment Group, dass es Verienbarungen wie diese seien, die dem Studio das notwendige Vertrauen geben würden, um neue Filme im Markt zu platzieren, die Content-Versorgung aufrecht zu erhalten und den Konsumenten jene Optionen zu geben, nach denen sie suchten. Dem Leinwanderlebnis jedenfalls fühle man sich so verpflichtet wie nie zuvor.

Mark Zoradi sprach davon, das Kinofenster "fortentwickelt" zu haben: "Wir sind davon überzeugt, dass ein dynamisches Fenster, in dessen Rahmen Kinos weiterhin eine wichtige Plattform für Filme sind, die die Umsätze maximieren und den Erfolg in nachfolgenden Verwertungsstufen steigern, im gemeinsamen Interesse von Studios, Kinobetreibern und Kinogängern ist."