Kino

EU stärkt MEDIA-Programm

Wenige Wochen vor Ablauf des mehrjährigen Finanzrahmens der Europäischen Union Ende des Jahres ist jetzt ein neuer, bis 2027 gültiger, beschlossen worden. Der Etat für das Programm "Creative Europe" wurde dabei um rund 50 Prozent aufgestockt, das MEDIA-Förderprogramm damit gestärkt.

11.11.2020 15:16 • von Jochen Müller
Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino - Gilde und CICAE-Präsident (Bild: David von Becker)

Noch zu Beginn der Woche hatten sowohl die FFA als auch die Produzentenallianz an die europäische Politik appelliert, schnellstmöglich einen neuen, mehrjährigen EU-Finanzrahmen zu beschließen, da der aktuell gültige Ende des Jahres auslaufe. Anderenfalls sei die Creative-Europe-MEDIA-Förderung in Gefahr.

Wie die AG Kino - Gilde heute mitteilt, ist dies nun geschehen. Demnach sind die Mittel für das Programm "Creative Europe" im mittelfristigen EU-Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 von 1,46 auf 2,2 Mrd. Euro erhöht worden.

Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino - Gilde und Präsident des internationalen Filmkunsttheaterverbands CICAE, zeigt sich erleichtert: "Die Erhöhung des Budgets für 'Kreatives Europa' und dem Subprogramm 'MEDIA' ist ein bedeutendes Signal für die Sicherung der Vielfalt des europäischen Kinos. Wir danken allen, die sich hierfür eingesetzt haben. Es ist gut, dass nun Klarheit geschaffen ist. Damit sind die Kontinuität und das Förderjahr 2021 gesichert."

Handlungsbedarf besteht in Augen der Filmkunsttheater beim ebenfalls beschlossenen Aufbauprogramm "Next Generation EU", das die EU-Mitgliedsstaaten mit einer Gesamtsumme von 750 Mrd. Euro bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützen soll. "Leider haben Kommission und Mitgliedsstaaten nicht beschlossen, dass mindestens zwei Prozent der Mittel aus den nationalen Wiederaufbauplänen für die Kultur- und Kreativindustrie bereitgestellt werden. Wir appellieren daher an die Kommission und die Bundesregierung, bei der Verwendung der Mittel aus dem Aufbaufonds dieses Minimum verbindlich festzulegen."

Weiter fordern AG Kino-Gilde und CICAE die Verdoppelung des Etats für das Kinonetzwerk "Europa Cinemas", dessen Mitglieder ihren Programmschwerpunkt auf europäische Filme setzen. So könnten "die Verwerfungen und Schäden für die Kinos in ganz Europa" wenigstens ansatzweise abgemildert werden.