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Kino

15 Millionen für Kinos in NRW

Nordrhein-Westfalen hat ein neues Hilfsprogramm für die massiv von der Corona-Krise getroffenen Kinos geschnürt, das der Erhaltung der vielfältigen Kinolandschaft des Landes dienen und drohende Insolvenzen abwenden soll. Die Gelder - die explizit "sämtlichen" Kinos des Landes zugute kommen sollen - werden demnach ab Januar 2021 fließen.

05.11.2020 19:03 • von Marc Mensch
Nathanael Liminski verkündete als Chef der Staatskanzlei NRW und zuständiger Staatssekretär für Medien das neue Programm (Bild: Land NRW/R. Sondermann)

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Nach Bayern, das Ende Oktober eine Verlängerung und Aufstockung der Anlaufhilfen für Kinos um 12 Mio. Euro bekannt gab, hat auch Nordrhein-Westfalen ein neues großes Unterstützungspaket für seine Kinos geschnürt: Im Rahmen des Hilfsprogramms "Film ab NRW" stellt die Landesregierung insgesamt 15 Mio. Euro zur Verfügung. Die Mittel wurden heute durch den Haushalts- und Finanzausschuss bewilligt und werden ab Januar kommenden Jahres zur Auszahlung kommen.

Die genauen Rahmenbedingungen zur Antragstellung und zur Förderhöhe werden derzeit noch erarbeitet und sollen "zeitnah" veröffentlicht werden - ein ganz wesentlicher Punkt steht laut einer Mitteilung der Staatskanzlei aber schon fest: Es können demnach "sämtliche Kinos, vom kleinen Filmkunstkino mit einem Saal bis hin zum großen Kinocenter, Finanzhilfen beantragen".

"Kinos transportieren Emotionen in einer ganz besonderen Atmosphäre und sind unverzichtbare kulturelle Treffpunkte in unseren Städten und Gemeinden", erklärte Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei und zuständiger Staatssekretär für Medien, anlässlich der Bekanntgabe des neuen Programms.. "Mit dem Hilfsprogramm in Höhe von 15 Millionen aus dem NRW-Rettungsschirm wollen wir einen Beitrag leisten, dass die Kinos gut durch die Krise kommen und drohende Insolvenzen abgewendet werden können. Wir wollen die vielfältige Kinolandschaft in Nordrhein-Westfalen erhalten."

Zur existenzbedrohenden Lage, der mit "Film ab NRW" begegnet werden soll, führt die Staatskanzlei aus: "Allein im ersten Halbjahr 2020 war die Besucherzahl in den insgesamt 257 nordrhein-westfälischen Kinos im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der Filmförderungsanstalt von über 11 Millionen Besucher auf rund 5,4 Millionen Besucher gesunken (minus 50,7 Prozent). Der Umsatz ging um über 51 Prozent zurück (von über 95 Millionen Euro auf rund 46 Millionen Euro)." Tatsächlich lagen die Zahlen bis zuletzt noch so deutlich unter regulären Ergebnissen, dass sich der Rückstand auf das Vorjahr bis Anfang November noch deutlich vergrößert hatte.