TV

ProSiebenSat.1 erholt sich von COVID-19-Auswirkungen

Während die ProSiebenSat.1-Umsätze für das zweite Quartal 2020 aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie noch deutlich unter denen des Vorjahresquartals gelegen hatten, kam man im dritten Quartal schon fast wieder an den Umsatz des Vorjahresquartals heran.

05.11.2020 08:36 • von Jochen Müller
Rainer Beaujean, Vorstandssprecher & Finanzvorstand der ProSiebenSat.1 Media SE (Bild: ProSiebenSat.1 Media SE)

Im Vergleich zu dem stark von der Corona-Pandemie geprägten Zahlen des zweiten Quartals konnte ProSiebenSat1 im dritten Quartal deutliche Verbesserungen erzielen. Wie der Konzern heute mitteilt, lag der Quartalsumsatz mit 921 Mio. Euro nur noch leicht unter dem Vorjahreswert von 926 Mio. Euro; im zweiten Quartal hatte der Umsatz noch um 25 Prozent unter dem des Vorjahresquartals gelegen gehabt (wir berichteten). Als Grund für diese positive Entwicklung nennt ProSiebenSat.1 eine Erholung im Entertainment-Werbegeschäft, eine dynamische Umsatzentwicklung des Online-Beauty-Anbieters Flaconi sowie die positiven Effekte der Akquisition des US-Online-Dating-Unternehmens The Meet Group, das zusammen mit der Partnervermittlung Parship Group seit September das neue vierte Konzern-Segment ParshipMeet Group bildet. Dort wurde im dritten Quartal ein Umsatz von 84 Mio. Euro erzielt; ein Plus von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als alleine die Parship Group noch Teil des Segments NuCom Group gewesen war.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 erzielte ProSiebenSat.1 einen Umsatz von 2,555 Mrd. Euro, ein Minus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im Segment NuCom Group erzielte ProSiebenSat.1 im dritten Quartal einen Umsatz von 172 Mio. Euro und lag damit leicht über dem Wert des Vorjahresquartals von 170 Mio. Euro. Hier konnte das Beauty- und Lifestyle-Geschäft mit dem Online-Beauty-Anbieter Flaconi Umsatzrückgänge in den nach wie vor von der Corona-Pandemie beeinflussten Werten von Unternehmen wie billiger-mietwagen.de annähernd kompensieren.

Die in der Seven One Entertainment Group zusammengefassten Entertainment- und Infotainment-Angebote von ProSiebenSat.1 profitierten im dritten Quartal von einer konjunkturbedingten Erholung am Werbemarkt. Während die Werbeerlöse im zweiten Quartal noch 37 Prozent unter denen des Vorjahresquartals gelegen hatten, betrug das Minus im dritten Quartal nur noch sechs Prozent. Demzufolge lag der Quartalsumsatz mit 499 Mio. Euro nur noch um fünf Prozent unter dem des Vorjahresquartals; im zweiten Quartal hatte waren es noch 34 Prozent gewesen.

Bei den Red Arrow Studios ging der Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent auf 166 Mio. Euro zurück. Während sich das Programmproduktionsgeschäft in Deutschland und Großbritannien bereits wieder leicht verbessert habe, sei es in den USA nach wie vor stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, erklärt der Konzern dieses Minus.

Beim adjusted EBITDA konnte ProSiebenSat.1 im dritten Quartal sogar einen Zuwachs verzeichnen; es lag mit 149 Mio. Euro um 13 Prozent über dem des Vorjahresquartals. Dies sei "insbesondere dem konsequenten und strikten Kostenmanagement der Gruppe" zu verdanken, lässt ProSiebenSat.1 wissen. Der Konzernüberschuss wurde von 34 auf 69 Mio. Euro mehr als verdoppelt.

Vorstandssprecher und Finanzvorstand Rainer Beaujean zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung von ProSiebenSat.1 im dritten Quartal: "Als frühzyklisches Unternehmen konnten wir jetzt nach der schwierigen ersten Jahreshälfte von der konjunkturellen Erholung im Sommer profitieren und haben im Werbemarkt einen Aufwärtstrend gesehen. Gleichzeitig greift unser striktes Kostenmanagement, sodass unser adjusted EBITDA das erste Mal seit dem ersten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahr wieder gewachsen ist. Mit dem Start der Dachmarke Seven One Entertainment Group sowie der Bildung unserer ParshipMeet Group treiben wir zudem den Umbau des Konzerns voran. Während uns das Online-Dating-Geschäft in der Diversifizierung klar unterstützt, fokussieren wir uns im Entertainment-Bereich auf unsere Kernkompetenzen."

Beim aktuellen Ausblick auf das Gesamtjahr 2020 geht der Konzern davon aus, dass das wirtschaftliche Umfeld im Vergleich zum dritten Quartal stabil bleibt und es über den aktuellen Lockdown hinaus nicht zu "weiteren substanziellen Einschränkungen" kommt. Unter diesen Bedingungen geht man von einem Jahres-Konzernumsatz zwischen 3,85 und 3,95 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,13 Mrd. Euro) und einem adjusted EBITDA zwischen 600 und 650 Mio. Euro (Vorjahr: 872 Mio. Euro) aus.