Anzeige

Kino

BFFS: "Die Bundesregierung darf uns dieses Mal nicht erneut im Stich lassen!"

Am Tag eins des neuerlichen Lockdowns hat der Bundesverband Schauspiel die Bundesregierung dazu ermahnt, alle Kulturschaffenden bei der finanziellen Unterstützung in der Krise gleich zu behandeln. Die Schauspieler*innen dürften im Lockdown-Rettungsprogramm nicht erneut vergessen werden.

02.11.2020 10:45 • von Jochen Müller
Die BFFS-Vorstände Hans-Werner Meyer und Heinrich Schafmeister (Bild: Michael S. Ruscheinsky / Kornelia Boje)

Anzeige

Der Bundesverband Schauspiel hat die Bundesregierung dazu ermahnt, die Schauspieler*innen bei der finanziellen Unterstützung zur Bewältigung der Auswirkungen des heute beginnenden zweiten Lockdowns nicht erneut zu vergessen. Wie der BFFS heute mittelt, sei der Knackpunkt die Einstufung der Schauspieler*innen, die nicht zur Gruppe der Solo-Selbständigen zählten, sondern kurz befristet Beschäftigte sind.

BFFS-Vorstandsmitglied Hans-Werner Meyer: "Die Bundesregierung hat großzügige und unbürokratische Hilfsmaßnahmen zur Kompensation der Umsatzausfälle angekündigt - wieder einmal. Die Rede ist von kleinen Betrieben und Solo-Selbstständigen - wieder einmal. Wir Schauspieler*innen sind gebrannte Kinder, wir sind beim ersten Lockdown von der Politik weitgehend vergessen worden. Wenn es seit Beginn der Corona-Krise überhaupt Hilfen für den Lebensunterhalt von Künstler*innen gab, dann nur für selbstständige, nicht für uns auf Produktionsdauer beschäftigte Schauspieler*innen - mit Ausnahme der bayerischen Künstlerhilfen. Die Bundesregierung darf uns dieses Mal nicht erneut im Stich lassen!"

Meyers Vorstandskollege Heinrich Schafmeister formuliert die Forderung des BFFS: "Die Bundesregierung muss wie den Solo-Selbstständigen auch uns Schauspieler*innen, die wir von Produktionsdauer-Beschäftigungen leben, die Wahl lassen, für den Totalausfall jetzt im November entweder 75 Prozent vom Arbeitsentgelt des Novembers 2019 oder ein Zwölftel des Jahresentgeltes 2019, als Überbrückungshilfe erhalten zu können."

Wie der BFFS abschließend betont, gebe es zwischen Kulturschaffenden, die als Solo-Selbständige auf Werkvertragsbasis arbeiten und denen, die auf Werksvertragsbasis beschäftigt sind, keinen Unterschied; allen brechen durch den Lockdown die Einnahmen weg. "Die Not ist die gleiche - und sie ist groß!", schließt der BFFS seinen Appell an die Bundesregierung.