Kino

"Dringend nachsteuern"

Christian Bräuer zeigt sich als Geschäftsführer von Berlins größtem Kinoverbund und Vorstandsvorsitzender der AG Kino-Gilde enttäuscht von den gestrigen Beschlüssen der Ministerpräsident*innen. Ihn bewegen nicht nur das Ausbleiben einer differenzierten Betrachtung, sondern auch zu befürchtende Lücken bei den angekündigten Hilfen.

29.10.2020 16:55 • von Marc Mensch
Christian Bräuer (Bild: David von Becker)

Angesichts der gestrigen Beschlüsse des Corona-Gipfels zeigt sich auch der Vorstandsvorsitzende die AG Kino-Gilde alarmiert - und beklagt nicht nur das Ausbleiben einer differenzierten Betrachtung, sondern mahnt auch Nachjustierungen bei den angekündigten "außerordentlichen Wirtschaftshilfen" an. In einem ersten kurzen Statement stellt Christian Bräuer fest:

"Der erneute Lockdown schmerzt uns sehr. Denn die Kinos haben sich in den letzten Monaten mit konsequent umgesetzten Hygienekonzepten als besonders sichere Orte bewiesen. Weltweit ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein Kino zum Infektionsherd wurde. Auch wenn wir die Notwendigkeit von zusätzlichen Maßnahmen verstehen, sind wir enttäuscht darüber, dass Kultur keine differenzierte Betrachtung gefunden hat. Kultur ist nicht verzichtbar, sie ist ein wichtiger Grundpfeiler einer Gesellschaft. Für den ohnehin schon schwergetroffenen Filmmarkt ist dies eine Katastrophe. Entscheidend ist daher, dass die angekündigten Kompensationen nun zeitnah und unbürokratisch erfolgen und den gesamten Mittelstand erfassen. Hier muss dringend nachgesteuert werden. Andernfalls besteht die große Gefahr, dass viele Betriebe durch den Rost fallen - dies würde die gesamte Kinowirtschaft nachhaltig beschädigen."