Kino

US-Kinos gehen in Vorleistung

Ketten wie AMC und Cinemark weichen von der NATO-Linie ab und eröffnen trotz Verzehrverbots Kinos in San Francisco. Gerade weil Experten zufolge unter den gegebenen Voraussetzungen vorerst nicht mit einem wirtschaftlichen Betrieb zu rechnen ist, ist das Zeichen gegenüber den Studios klar.

29.10.2020 15:55 • von Marc Mensch
Nicht zuletzt den Starttermin von "Wonder Woman 1984" gilt es in den USA (und für den Rest der Welt) zu retten (Bild: Warner)

In den USA geht das Ringen um Neustarts weiter: Obwohl der NATO-Verband für Kalifornien und Nevada vor einiger Zeit verlauten ließ, dass man von Kino-Wiedereröffnungen in San Francisco absehen werde, solange dort ein Verzehrverbot gelte (wir berichteten), fahren Ketten wie Cinemark und vor allem AMC nun einen anderen Kurs. Vor allem AMC schert als größter US-Kinobetreiber damit einmal mehr aus der Linie des Dachverbandes aus.

Alleine für den morgigen Freitag kündigte AMC, die bereits die Chance ergriffen hatten, Kinos im Bundesstaat New York wieder an den Start zu bringen, die Eröffnung von weiteren acht Häusern in Nordkalifornien an, darunter auch Kinos in und um San Francisco.

Experten gehen davon aus, dass unter den gegebenen Umständen (die ohnehin schon einen Mangel an Neustarts umfassen) kein wirtschaftlicher Betrieb möglich ist - und gerade AMC, der die Mittel schon bis Ende des Jahres auszugehen drohen, ist an sich extrem darauf bedacht, die "Cash Burn"-Rate so niedrig wie möglich zu halten.

Umso klarer ist das Signal, dass mit immer weiteren Wiedereröffnungen auch unter widrigsten Umständen gesetzt wird: Kinos sind entschlossen, den Studios eine Auswertungsplattform zu bieten, die nicht nur solide genug ist, um verbliebene Starts zu halten, sondern im Idealfall noch den einen oder anderen zurückzugewinnen.

Die Augen richten sich dabei natürlich vor allem auf Wonder Woman 1984" - dessen Starttermin auch für Deutschland massiv von der Situation in den USA abhängt. Tatsächlich hat Warner-Bros-CEO einer Meldung des Branchendienstes Deadline zufolge erst gestern unmissverständlich erklärt, dass ein Festhalten am aktuell noch für Weihnachten vorgesehenen Start nicht zuletzt von der weiteren Entwicklung bei den Wiedereröffnungen in den USA abhänge. Man habe derzeit noch "ein wenig Zeit, um den Kurs festzulegen", so Sarnoff.