Kino

"Eine existenzielle Bedrohung"

Während Verleiher bundesweit gefragt sind, einmal mehr (und extrem kurzfristig) neue Termine für Kinostarts zu finden, bringt die Geschäftsführung von Grandfilm die Dramatik der Situation auf den Punkt.

29.10.2020 13:24 • von Marc Mensch
Eines von unzähligen Opfern des abrupten Lockdowns: "Doch das Böse gibt es nicht" (Bild: Grandfilm)

Nach den gestrigen Beschlüssen beim Corona-Gipfel von Ministerpräsident*innen und Kanzlerin gilt es nun natürlich auch für die deutschen Verleiher, auf die neuerlichen Kinoschließungen zu reagieren - die ein umso größerer Schock sind, als die Entwicklung buchstäblich abrupt kam. Wo man berechtigterweise in einigen Bundesländern gerade dabei war, Filmtheater dank ihrer makellosen Sicherheitsbilanz mit Lockerungen der Maßnahmen entgegenzukommen, müssen sie und ihre Partner nun für eine Entwicklung bluten, die andere zu verantworten haben.

Dementsprechend trudeln gerade quasi im Minutentakt neue Terminmeldungen ein, die alle zu melden wir leider nicht annähernd ausreichende Kapazitäten haben - schon gar nicht in dieser Zeit. Neue Termine werden aber selbstverständlich umgehend in unserer Startübersicht eingetragen.

Herausgegriffen sei an dieser Stelle das Beispiel der Nürnberger Grandfilm. Denn zum einen geht es mit dem ursprünglich für 5. November angesetzten Start von Doch das Böse gibt es nicht" immerhin um den Gewinner des Goldenen Bären der diesjährigen Berlinale. Vor allem aber begleitet die Geschäftsführung von Grandfilm die MItteilung mit einem Statement, das für zahlreiche Kollegen stehen kann:

"Wir finden es wichtig, auch in solchen Zeiten und unter erschwerten Bedingungen Kinokultur sichtbar zu machen. Daher hatten wir uns im Juli dazu entschieden, den Goldenen Bären 2020 im Herbst zu starten. Wir haben in den letzten drei Monaten auf den Start hingearbeitet und fast eine Viertelmillion Euro in den Film investiert. Dass wir ihn jetzt nicht auswerten können, stellt für uns eine existenzielle Bedrohung da. Die Politik muss praxisnahe Mittel und Wege findet, die Kinobranche zu unterstützen - mit einem Hilfspaket, das die individuelle Situation der Betroffenen abbildet."

Ein neuer Starttermin für "Doch das Böse gibt es nicht" steht derzeit noch nicht fest.