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Cannes 2021 im Mai - oder nicht!

Zum Auftakt des dreitägigen "Cannes 2020 Special" gab der künstlerische Direktor Thierry Frémaux bekannt, dass das Festival de Cannes im kommenden Jahr am vorgesehenen Termin im Mai als erstes Filmfestival "nach der Pandemie" stattfinden soll. Man hält sich allerdings auch drei Ausweichtermine offen.

28.10.2020 14:29 • von Thomas Schultze
Das "Spécial Cannes 2020" rollt; Cannes 2021 soll ebenfalls rollen (Bild: Festival de Cannes)

Zum Auftakt des dreitägigen "Spécial Cannes 2020", in dessen Rahmen neben einer Reihe von Kurzfilmen auch vier Titel der insgesamt 56 Filme umfassenden "Sélection officielle" zur Aufführung kommen, gab der künstlerische Direktor Thierry Frémaux bekannt, dass das Festival de Cannes im kommenden Jahr am vorgesehenen Termin im Mai als erstes Filmfestival "nach der Pandemie" stattfinden soll: Aktuell strebt man also an, dass das größte Filmfestival der Welt, für das 2021 unter anderem neue Filme von Paul Verhoeven und Leos Carax erwartet werden, vom 11. bis 22. Mai 2021 in gewohntem Umfang stattfinden kann. Man habe bereits ein umfangreiches Sicherheitskonzept mit der Stadtverwaltung erarbeitet, das eine risikofreie Abwicklung ermöglichen würde.

Man hält sich allerdings auch zwei bereits mit der Stadt abgestimmte Ausweichtermine offen, wie Frémaux Variety verriet. Sollte die Corona-Situation im kommenden Frühjahr immer noch nicht unter Kontrolle sein, ist bereits ein Termin Ende Juli geblockt, sowie ein Termin in der zweiten Hälfte im August - womit Cannes dann effektiv gegen die Mostra in Venedig antreten würde, die vom 1. bis 11. September 2021 stattfinden soll. "Ich hoffe von ganzem Herzen, dass ein Festival de Cannes im Mai möglich ist", sagte Frémaux. "Die Ausweichtermine sind nur für den äußersten Notfall geblockt - eher aus Aberglauben und mit der Hoffnung, dass wir sie nicht brauchen werden. Wir zielen auf ein Festival im Mai 2021, das erste große Ereignis nach der Pandemie."

Im Rahmen des "Spécial Cannes 2020" werden bis Donnerstag abend Un triomphe" von Emmanuel Courcol, mit dem die Sonderausgabe gestern im Salle Lumière in Anwesenheit von Cast und Crew eröffnet wurde, "True Mothers" von Naomi Kawase, Beginning" von Déa Kulumbegashvili, der gerade in San Sebastian ausgezeichnet wurde, und als Abschlussfilm "Les Deux Alfred" von Bruno Podalydès gezeigt. Zur Eröffnung merkte Thierry Frémaux an: "Wir wurden von vielen Festivals, vielen Städten willkommen geheißen. Es war unvorstellbar, nicht auch nach Cannes selbst zu kommen, ins Palais, in die Stadt des Festivals. Cannes konnte nicht stattfinden, und doch geschieht Cannes, hier, anderswo, auf den Leinwänden überall auf der Welt."