Kino

SPIO warnt vor flächendeckendem Kulturverbot

Vertreter von Bund und Ländern beraten heute über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dem Vernehmen nach beinhaltet der "Lockdown light" auch ein flächendeckendes Verbot von Kulturveranstaltungen. Dies habe dramatische Folgen für die Kinolandschaft und Filmwirtschaft in Deutschland, warnt die SPIO.

28.10.2020 08:57 • von Jochen Müller
SPIO-Präsident Thomas Negele (Bild: SPIO)

Mit Besorgnis hat sich die SPIO über die ihrer Ansicht nach "undifferenzierte Debatte" im Vorfeld des heutigen Treffens von Vertretern von Bund und Ländern geäußert, bei dem weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen werden sollen. Ein Teil dieses "Lockdown light" soll dem Vernehmen nach auch ein Verbot von Kulturveranstaltungen, also auch eine Schließung der Kinos, ab dem 4. November für den Rest des Monats sein.

Eine derartige Maßnahme, die "dramatische Folgen für die Kinolandschaft und die Filmwirtschaft in Deutschland" habe, so die SPIO, stößt bei deren Präsident Thomas Negele auf völliges Unverständnis: "Seit Monaten arbeiten Kinobetreiber*innen und Verbände dafür, den Menschen ein sicheres und unbeschwertes Kinoerlebnis zu ermöglichen. Mit Hygienekonzepten und Umbaumaßnahmen wurden Voraussetzungen geschaffen, dass Kultur auch in der Pandemie gemeinsam erlebt werden kann. Die eingeführten Regeln wurden strikt umgesetzt - bis hin zu Hausverboten. Lüftungszyklen wurden erhöht, die Zeiten zwischen den Vorstellungen entzerrt und Plexiglaswände eingezogen. Und alle Studien zum Thema zeigen: Die Kinos sind sicher. Deutschlandweit sind bis heute keine Infektionen im Kino bekannt, auch nicht in Corona-Hotspots.

Sollten die Kinos jetzt für eine Entwicklung in Haftung genommen werden, die sie nicht zu verantworten haben, dann werden die Folgen auf die gesamte Filmbranche durchschlagen. Besonders hart: Zuerst trifft es ausgerechnet jene Verleiher, die in dieser schwierigen Situation echte Branchensolidarität bewiesen haben und vielversprechende Filmstarts für den Winter ankündigten.

Klar ist: Eine solche undifferenzierte Maßnahme würde nicht wesentlich zur Eindämmung beitragen, nimmt den Menschen aber eine gerade an den Winterabenden beliebte Gelegenheit für eine Auszeit aus dem Alltag. Derartige Einschränkungen gefährden die Akzeptanz und damit die effektive Wirksamkeit der wichtigen Corona-Schutzmaßnahmen."