Kino

Cineplex unterstreicht Sicherheit der Kinos

Auch Cineplex Deutschland hat sich im Vorfeld des nächsten Corona-Gipfels an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Spitzen der Länder gewandt und noch einmal ausführlich dargelegt, wie sicher Kinos sind - und warum.

27.10.2020 21:59 • von Marc Mensch
Cineplex-Geschäftsführer Kim Ludolf Koch (Bild: Mike Auerbach)

Eines ist wohl sicher. Wie auch immer die morgigen Beratungen zu neuen Corona-Maßnahmen ausgehen. Man kann der Kinobranche kaum vorwerfen, nicht ihr Möglichstes getan zu haben, um der Politik Argumente für eine Vermeidung des "Worst Case" - erneuten Kinoschließungen - zu liefern. Neben den Verbänden werfen sich auch einzelne Betreiber und Gruppierungen ins Zeug, darunter nicht zuletzt Cineplex Deutschland.

Hier kapriziert man sich vor allem darauf, noch einmal etliche jener Belege für die Sicherheit von Kinos Revue passieren zu lassen, die klar dagegen sprechen, deren Betrieb müsse in irgendeiner Form weiter eingeschränkt werden, um Übertragungen des Coronavirus zu verhindern.

So verweist man unter anderem auf die vom Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin im Auftrag des HDF erstellte Studie zur Aerosolbelastung ebenso wie auf eine Schweizer Untersuchung zu Ansteckungsorten, bei denen auf Kinos (und Theater) glatte Null Prozent der Fälle entfielen und nicht zuletzt auf eine ausführliche Recherche von Celluloidjunkie, bei der vor allem der Blick auf Südkorea heraussticht, wo rigide Rückverfolgung betrieben wird und ebenfalls keine Ansteckung in einem Kino festgestellt wurde. In einem Land, in dem Kinos während der Pandemie dauerhaft geöffnet bleiben durften, sollte man ergänzen.

"Als Filmtheater sind wir verpflichtet, die Daten unserer Kunden zu erfassen, um gegebenenfalls Infektionsketten im Nachhinein rekonstruieren zu können. Seit Juni 2020 hat es insgesamt vier Fälle in unseren 90 Kinos gegeben, wo aufgrund eines Verdachtsfalles Kundendaten an die Gesundheitsämter weitergegeben wurden. In keinem Fall hat sich eine weitere Infektion ergeben.Zusammenfassend möchten wir die Bundes- sowie sämtliche Länderregierungen bitten, diese Fakten zur Kenntnis zu nehmen und unserer Branche nicht einen weiteren Lockdown mit Knockout-Wirkung zu bescheren. Kinos zu schließen, um eine Entwicklung zu verhindern, für deren Entstehung sie nachweislich keinerlei Verantwortung tragen, ist so wirkungsvoll wie eine Heilsalbe bei einer Virus-Infektion. Für einen großen Teil der deutschen Kinobranche, die ohnehin schon zwei Drittel ihres Besuches in diesem Jahr einbüßt und mit Verlusten von über 400 Millionen Euro zu kämpfen hat, würde dies den Ruin bedeuten. Deshalb erwarten wir, dass die morgen erlassenen Maßnahmen differenziert und angemessen auf den jeweils verantworteten Beitrag zur Steigerung des Infektionsgeschehen reagieren", heißt es abschließend in dem Schreiben.