Kino

"Wir erwarten differenziertes und kluges Vorgehen!"

Anlässlich der morgigen Konferenz der Ministerpräsident*innen zeigt sich der HDF Kino besorgt - und warnt erneut nachdrücklich davor, Beschränkungen auf Kosten jener zu erlassen, die bisher "höchst verantwortungsvoll" agiert hätten.

27.10.2020 15:28 • von Marc Mensch
Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF Kino (Bild: HDF Kino)

Dass bei der morgigen Konferenz der Ministerpräsident*innen neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen werden, steht wohl außer Frage - die große Unbekannte ist, wie weit diese reichen werden. Immerhin mehren sich Spekulationen, wonach zumindest zunächst kein neuer Lockdown, sondern noch einmal abgestufte Maßnahmen ins Auge gefasst werden - aber es sind wie gesagt nur das: Spekulationen.

In dieser Situation zeigt sich der HDF Kino selbstverständlich besorgt - und warnt einer Mitteilung zufolge "eindringlich davor, Beschränkungen auf Kosten all derjenigen zu erlassen, die bisher höchst verantwortungsvoll auf das Pandemiegeschehen reagiert haben". In einem Statement stellt die HDF-Vorstandsvorsitzende Christine Berg fest:

"Wenn Bund und Länder morgen über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie entscheiden, erwarten wir endlich ein differenziertes und kluges Vorgehen. Die Politik muss aufhören, alles über einen Kamm zu scheren und aus den bisherigen Erfahrungen lernen! Die Kinos haben von Beginn an bewiesen, dass sie mit höchster Verantwortung und umfangreichen Schutzmaßnahmen für die Sicherheit von Gästen und Mitarbeitern sorgen. Weltweit ist keine einzige Covid-Infektion in Verbindung mit einem Kinobesuch bekannt. Die geringe Aerosol-Belastung im Kinosaal wurde von der TU Berlin sogar wissenschaftlich belegt. Grund genug, dass sichere Kulturveranstaltungen wie ein Kinobesuch auch weiterhin möglich sein müssen. Ein wahlloses Herunterfahren des öffentlichen Lebens birgt nicht nur die Gefahr, die allgemeine Akzeptanz in der Bevölkerung weiter zu schmälern. Ein zweiter flächendeckender Lockdown, ob light oder strong, bestraft pauschal all diejenigen, die in den letzten Monaten bereits Verantwortung übernommen haben. Deshalb fordern wir nun von den Entscheidungsträgern ein, ebenfalls Verantwortung zu übernehmen und nicht möglicher Weise wahllose Schließungen anzuordnen. Es steht ein 125 Jahre altes Kulturgut auf dem Spiel!"