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Digitalisierungsbericht: Disney+ schon klare Nummer drei in Deutschland

Auf den Medientagen in München ist der Digitalisierungsbericht der Medienanstalten präsentiert worden. Es gibt frische Erkenntnisse zu Streaming-Anbietern, IPTV und HD-Nutzung in Deutschland.

27.10.2020 09:43 • von Michael Müller
Der Director in der Insights Division bei Kantar, Andreas Hombach (r.), präsentiert im Studio der Medientage die Ergebnisse des Digitalisierungsberichts (Bild: Medientage München)

Die Medienanstalten haben am Montag im Umfeld der Medientage in München ihren Digitalisierungsbericht Video 2020 vorgestellt. Demnach erfreuen sich Streamingdienste einer immer größeren Beliebtheit in Deutschland. 32,6 Millionen Menschen griffen regelmäßig auf Angebote von Netflix, Amazon Prime Video und Co. zu. Das entspreche etwas weniger als der Hälfte der Bevölkerung ab 14 Jahren.

Die Pandemie-Bedinungen der vergangenen Monate hätten den Streamingdiensten genutzt. Etwa ein Drittel (32 Prozent) der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland greife regelmäßig, also mindestens einmal im Monat, auf Netflix zu. Bei Amazon Prime Video seien es gut ein Viertel (26 Prozent). "Während Netflix und Amazon im letzten Jahr noch fast gleichauf lagen, konnte der Anbieter aus Palo Alto sich in diesem Jahr also deutlich vom Videostreaming-Angebot des Online-Versandhändlers absetzen", fasst der Digitalisierungsbericht die Entwicklung an der Spitze zusammen. Der in diesem Jahr neu in Deutschland gestartete Streamingdienst Disney+ habe bereits kurz nach seinem Markteintritt knapp zwölf Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren erreicht und sich auf Platz drei festgesetzt. Apple TV+ werde von knapp vier Prozent der Über-14-Jährigen regelmäßig konsumiert.

Knapp 31 Millionen Personen nutzen laut des Berichts regelmäßig TV-basierte Programmangebote über das Internet, das entspricht knapp 44 Prozent der Personen ab 14 Jahren in Deutschland. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Bevölkerung nutze regelmäßig die kostenlosen Angebote der öffentlich-rechtlichen Mediatheken, rund gut jeder Fünfte (18 Prozent) greife auf das Onlineangebot der privaten Fernsehprogrammveranstalter zurück. Dabei seien die Onlineangebote der privaten TV-Veranstalter insbesondere unter jüngeren Zuschauern beliebt. Knapp jeder Dritte (34,2 Prozent) nutze regelmäßig Joyn, TVNow oder Streams anderer privater TV-Sender.

Weitere Erkenntnisse der 16. Ausgabe des Digitalisierungsberichts sind, dass die Fernsehübertragung via Kabel- oder Satellit in Deutschland nach wie vor dominiert. Beide Empfangswege werden demnach von jeweils etwa 44 Prozent der TV-Haushalte genutzt. Trotz einer Renaissance der klassischen TV-Nutzung in der Corona-Krise griffen aber auch immer mehr Nutzer über das Internet auf Fernsehen- und Videoangebote zurück. IPTV werde mittlerweile von fast elf Prozent der TV-Haushalte genutzt. Knapp drei Prozent der TV-Haushalte hätten ihre Fernseher inzwischen ausschließlich mit dem Internet verbunden.

Unabhängig vom Übertragungsweg werde der Empfang von TV-Programme in HD immer beliebter. Mehr als drei von vier Haushalten (78 Prozent) empfangen laut Digitalisierungsbericht ihr TV-Programm in HD-Qualität. Dennoch empfingen nach wie vor gut 7,6 Millionen TV-Haushalte nur in SD-Qualität, die meisten von ihnen über Satellit oder Kabel.