Festival

Lenz und Hanisch ausgezeichnet

Bei den Hofer Filmtagen wurde Marcus Lenz für sein starkes Arthouedrama "Rivale" mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino und Axel Ranisch mit dem Filmpreis der Stadt Hof gewürdigt.

22.10.2020 20:09 • von Heike Angermaier
Marcus Lenz, ausgezeichnet mit dem Förderpreis (Bild: Hofer Filmtage)

Bei den Hofer Filmtagen wurde Marcus Lenz' Regiearbeit "Rivale", mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino prämiert. Der Filmemacher, der mit seiner Firma Wild Films auch produziert, erzählt in seinem atmosphärischen, düsteren Arthousedrama von einem Jungen aus der Ukraine, Roman, der den Arbeitgeber und baldigen Ehemann seiner Mutter, einen alten, deutschen Witwer, als "Rivale" ansieht. "Regisseur Marcus Lenz, der zuletzt hauptsächlich als Kameramann gearbeitet hat, findet erstaunliche, überraschende und hochemotional aufgeladene Bilder, um Romans Zustand als hoffender und bangender Junge im gefühlten und gefürchteten Niemandsland jenseits seines Dorfes und seiner Familie zu beschreiben. Aber Lenz ist stets auch als Regisseur bei sich - und inszeniert das erstaunlich präsente und authentische Naturtalent Yelizar Nazarenko als mitreißende Hauptfigur eines Films mit einer unwiderstehlich emotionalen Geschichte, der es an originellen szenischen Ideen nicht mangelt. Dass diese Geschichte wie nebenbei auch noch ein aktuelles politisches und gesellschaftliches Thema nicht nur streift, sondern auch anpackt, spricht für ein souveränes Verständnis von Kino", so die Begründung der Jury, die aus Katharina Wackernagel, Alfred Holighausund Max von der Groeben bestand.

Bei der Veranstaltung in der Freiheitshalle wurde außerdem Axel Ranisch, Regisseur, Autor, Schauspieler und Produzent - und regelmäßiger Hof-Gast mit dem Filmpreis der Stadt Hof ausgezeichnet. Das Multitalent war 2009 erstmals mit einem eigenen Kurzfilm und 2011 mit "Dicke Mädchen", seinem Durchbruch, insgesamt mit sechs Filmen im Programm der Filmtage. Der Preis würdigt eine Persönlichkeit des deutschen Films, die dem Festival verbunden ist. Ranisch ist der bisher jüngste Preisträger, der vom Laudator via Einspieler u.a. für seine ansteckende Fröhlichkeit, seinen unerschöpflichen Optimismus und als Tausendsassa gewürdigt wurde. In einer überschwänglichen Rede widmete Ranisch seinen Preis seiner Oma und forderte den Filmnachwuchs auf, "legt einfach los!". Ein gut gelaunter Ausklang der Preisverleihung, die Corona-bedingt mit weniger Zuschauern im Saal und ohne musikalische Untermalung stattfand. Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, in einer Grußbotschaft, und Gastgeberin Eva Döhla, Oberbürgermeisterin der Stadt Hof, betonten "den Blick nach vorn".