Kino

Österreich führt Maskenpflicht und Verzehrverbot im Saal ein

Während in Bayern die Frage des Verzehrs im Kinosaal aktuell noch vom Gesundheitsministerium geklärt wird, ist die Lage in Österreich (leider) klar. Dort gilt ab 23. Oktober nicht nur eine Maskenpflicht im Saal, sondern auch ein Verbot der "Verabreichung von Speisen und Getränken" bei Veranstaltungen.

21.10.2020 13:44 • von Marc Mensch
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (Bild: Paralamentsdirektion/Photo Simonis)

Als Reaktion auf zuletzt stark gestiegen Infektionszahlen hat die österreichische Bundesregierung neue landesweite Maßnahmen angekündigt, die auch Kinos in erheblichem Maße betreffen. So wird mit Beginn des 23. Oktober - und das für die Dauer von vier Wochen - eine Pflicht zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes auch am Sitzplatz gelten, gleichzeitig tritt für Veranstaltungen ein Verbot der "Verabreichung von Speisen und Getränken" in Kraft. Zudem müssen Veranstaltungen mit mehr als sieben (indoor) bzw. 13 Personen (outdoor) bei den Gesundheitsbehörden angezeigt werden. Der Mindestabstand - der in Österreich nur einen Meter beträgt - wird allerdings offenbar nicht erhöht. Die endgültige Verordnung lag zuletzt noch nicht vor, über die neuen Restriktionen wurde aber bereits vorab informiert.

Die neuen Maßnahmen stellen eine deutliche Schlechterstellung von Kinos gegenüber der Gastronomie dar, wo ebenfalls der Mindestabstand von einem Meter gilt, die Maske am "Verabreichungsplatz" jedoch (natürlich) abgenommen werden kann. Dies übrigens schon bei Einnahme des Platzes, nicht erst bei Verabreichung der Speisen und Getränke. Unterdessen hatten schon vor den neuerlichen Restriktionen einzelne österreichische Kinos den Betrieb aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage vorerst wieder eingestellt.

In Bayern, wo es in einzelnen Städten angeblich bereits zur Anordnung eines Verzehrverbots durch lokale Behörden kam, ist die Frage des Verzehrs derzeit übrigens noch offen. Auf Nachfrage erklärte das Digitalministerium am heutigen Mittag, dass dies "gerade noch" im Gesundheitsministerium geklärt würde (wir informieren bei einer Entscheidung umgehend). In Baden-Württemberg sahen sich die zuständigen Ministerien zu einer schriftlichen Antwort auf diese (und weitere) Frage(n) übrigens zunächst außerstande - obwohl die aktuelle Corona-Verordnung diesbezüglich auf den ersten Blick eine eigentlich doch sehr klare Sprache zugunsten der Kinos spricht.