Kino

Netflix-Bilanz: Immer noch Disc-Umsatz

Netflix hat schon lange nicht mehr das Selbstverständnis eines DVD-Versenders. Dennoch werden nach wie vor Umsätze mit dem Postversand von DVDs und Blu-rays erwirtschaftet. Die aktuelle Quartalsbilanz zeigt es, wenn auch sehr versteckt.

21.10.2020 13:49 • von Jörg Rumbucher
Mit ihnen wurde Netflix groß: Rote Briefumschläge für den Postversand (Bild: Netflix)

Man muss sehr tief in der Konzernbilanz für das dritte Quartal graben. Zahlen zum DVD-Postversand finden sich nämlich nicht im Brief an die Aktionäre, sondern im Finanzbericht. Also in raumgreifenden Excel-Tabellen. Und auch dort nur sehr versteckt. Unter der Rubrik "Regional Information" in einer Fußnote: Eben dort steht, dass Netflix im dritten Quartal mit dem DVD-Verleih Einnahmen in Höhe von 59 Mio. Dollar generierte. Sozusagen ein Fun Fact, da das Unternehmen seit längerer Zeit den Postversand nicht mehr prominent in seinen Bilanzen ausweist. Für das Gesamtjahr (also 1. - 3. Quartal) summierte sich der Umsatz bisher auf 185 Mio. Dollar.

Im gesamten Jahr 2019 erwirtschaftete Netflix mit dem Disc-Verleih 297 Mio. Dollar, 2018 waren es 366 Mio. Dollar. Wie man sieht: Der Geschäftsbereich ist weiter stark rückläufig. Was aber US-Kollegen nicht davon abhielt, den Tagesumsatz dieser Sparte zu berechnen: Im dritten Quartal nahm Netflix demnach 655.555 Dollar pro Tag ein. Eine einfache Rechnung, wenn man 90 Tage Berichtszeitraum zugrunde legt.

Nicht ganz klar ist, welche Zielgruppen weiterhin auf das Angebot zugreifen. Zu vermuten ist, dass es sich u.a. um Kunden handelt, die in Gegenden mit schlechter Netz-Infrastruktur wohnen. Allerdings soll es auch Nutzer insbesondere in Regionen an West- und Ostküste mit bester Internetverbindung geben, die den Postversand nach wie vor schätzen.