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Netflix bleibt hinter Erwartungen zurück

Laut den jetzt veröffentlichten Zahlen hat Netflix seine eigenen Erwartungen für das dritte Quartal 2020 beim Abonnentenwachstum und beim Gewinn pro Aktie verfehlt. Beim Gewinn pro Aktie lag die Differenz zur durchschnittlichen Einschätzung der Analysten so hoch wie noch nie seit dem Börsengang 2002.

21.10.2020 08:05 • von Jochen Müller
Netflix erzielte im dritten Quartal einen geringeren Abonnentenzuwachs und weniger Gewinn pro Aktie als selbst prognostiziert (Bild: Netflix)

Im dritten Quartal 2020 konnte Netflix lediglich beim Umsatz seine eigenen Prognosen erfüllen. Wie der Streamingdienst jetzt bekannt gab, lag man mit 6,4 Mrd. Dollar rund 100 Mio. Euro über den eigenen Erwartungen und im Bereich dessen, womit die Börsenanalysten gerechnet hatten.

Beim Abonnentenwachstum und Gewinn pro Aktie konnte Netflix die eigenen Prognosen dagegen nicht erfüllen. Die Zahl der Abonnenten weltweit lag zum 30. September mit 195,15 Mio. um 2,2 Mio. über der vom 30. Juni; Netflix hatte mit einem Zuwachs von 2,5 Mio. Abonnenten gerechnet gehabt. Damit verzeichnete Netflix auch das niedrigste Abonnentenwachstum innerhalb eines Quartals seit Jahren. Zum Vergleich: im dritten Quartal 2019 hatte Netflix weltweit noch 6,8 Mio. Abonnenten hinzugewonnen. Dass es im zurückliegenden Quartal deutlich weniger waren, begründet Netflix in einem Brief an die Aktionäre vor allem mit den Rekordzuwächsen im ersten Halbjahr 2020. Insgesamt hat Netflix in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 weltweit 28,1 Mio. Abonnenten hinzu gewonnen; im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres waren es 27,8 Mio. gewesen.

Der Gewinn pro Aktie lag bei 1,74 Dollar. Das sind zwar 27 Cent mehr als noch vor einem Jahr, doch die eigene Prognose von 2,09 Dollar wurde deutlich verfehlt. Ebenso die durchschnittliche Analystenschätzung, die bei 2,13 Dollar lag und um 22 Prozent verfehlt wurde - die größte Differenz seit dem Börsengang im Jahr 2002.

Für das vierte Quartal rechnet Netflix mit einem weltweiten Zuwachs von sechs Mio. Abonnenten. Dass man auch damit unter den 8,8 Mio. des Vorjahresquartals liege, begründet man ebenfalls mit den Rekordzuwächsen im ersten Halbjahr 2020, die zu erwarten hätten lassen, dass sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte verlangsamen würde. Insgesamt werde man dann für 2020 bei einem Rekordzuwachs von 34 Mio. Abonnenten stehen; in 2019 waren es 28,6 Mio. gewesen.