Kino

Weiter keine Perspektive für Kinos in New York

Der US-Bundesstaat New York zeigt sich nach wie vor nicht bereit, eine Perspektive für die Wiedereröffnung von Kinos zu geben. Laut dem Büro von Gouverneur Andrew Cuomo habe man "andere Prioritäten" - und zudem Sicherheitsbedenken.

15.10.2020 13:45 • von Marc Mensch
In New York gibt es weiter keine Anzeichen dafür, wann Kinos wieder öffnen dürfen (Bild: imago images/ZUMA press)

Man möchte es ja nach wie vor nicht glauben, dass ein einziger Gouverneur in der Lage sein soll, eine gesamte Branche in den Abgrund zu reißen - aber genau dieses Schreckensszenario zeichnen hochrangige Vertreter von Verbänden wie der NATO oder der Global Cinema Federation.

Wobei man sich die Frage stellen könnte, ob Filme in der Hoffnung zu verschieben, dass man sie nach Bewältigung der Pandemie in einem Kinomarkt auswerten kann, dessen Infrastruktur noch halbwegs der heutigen entspricht, nicht zunehmend auf einem Vertrauen in eine zeitnahe Verbesserung der Situation beruht, das nicht mehr ganz einfach nachzuvollziehen ist. Die jüngsten Berichte von AMC sollen da nur als Beispiel dienen. Andererseits vermisst man womöglich auch Schritte von Kinoseite, die die Entscheidung zu einem Blockbusterstart bei anhaltenden massiven Einschränkungen im US-Markt erleichtern würden.

Hoffnungen, dass sich die Situation mit einer zeitnahen Wiedereröffnung von Kinos im US-Bundesstaat New York zum Besseren wenden könnte, hat das Büro von Gouverneur Andrew Cuomo jedenfalls erneut zerschlagen. Den Bemühungen des US-Kinoverbandes NATO, Cuomo zu einem Umdenken zu bewegen, hatte sich jüngst auch die Global Cinema Federation angeschlossen - mit einem Brief, in dem man nicht nur auf die existenzielle Bedrohung der Kinobranche auch außerhalb der USA hinwies, sollte die Situation in New York weiterhin dem Start großer neuer Filme im Wege stehen. Sondern vor allem auf die nun schon über Monate hinweg im Praxisbetrieb weltweit (!) unter Beweis gestellte Sicherheit eines Kinobesuchs.

Argumente, die an Cuomo allerdings abzuprallen scheinen. Einem Bericht des US-Branchendienstes Deadline zufolge entgegnete seine Pressechefin Caitlin Girouard, dass man sich der Probleme bewusst sei, derzeit aber "andere Prioriäten" habe und das Bedenken hinsichtlich der Sicherheit eines Kinobesuchs nicht ausgeräumt seien.

"Während die Fallzahlen in Dutzenden anderer Staaten und Länder nach oben gehen, konzentrieren wir uns voll und ganz darauf, eine zweite Welle in New York zu verhindern. Wir verstehen, dass es weiterhin eine schwierige Zeit für die Unterhaltungsindustrie sein wird, aber wir bleiben dabei, unsere Entscheidungen auf Basis von Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu basieren - und darauf, ob Gesundheitsexperten darlegen, dass Wiedereröffnungen sicher sind und keine Bedrohung für die Gesundheit der Öffentlichkeit darstellen."

Was man zu einer solchen Stellungnahme angesichts der Tatsache sagen soll, dass unter anderem Casinos im Staat New York längst wieder betrieben werden dürfen? Übrigens trat die GCF nicht per se für eine sofortige Öffnung aller Kinos in New York ein - sondern regte ein wenigstens punktuelles Vorgehen an, wie dies in Kalifornien praktiziert wird. Doch auch damit konnte man kein Gehör finden.