Kino

UPDATE: Neue Corona-Maßnahmen treffen auch Kinos

Was mehrere Städte bereits umgesetzt haben, soll nach den gestrigen Beschlüssen des Corona-Gipfels nun offenbar bundesweit zur Praxis werden: Die Einführung einer Maskenpflicht im Kinosaal beim Überschreiten eines kritischen Inzidenzwertes. Ab einem Wert von 50 sollen Veranstaltungen auf 100 Teilnehmer beschränkt werden.

15.10.2020 11:06 • von Marc Mensch
Bundeskanzlerin Angela Merkel verhandelte mit den Länderspitzen (Bild: CDU/Laurence Chaperon)

UPDATE: Informationen aus Branchenkreisen zufolge gibt es auf Länderebene derzeit durchaus noch Unsicherheiten hinsichtlich der Auslegung eines "Zusammenkommens" über einen längeren Zeitraum. Die Hoffnung ist, dass man - nicht zuletzt dank der Tatsache, dass noch kein einziges Kino mit einer Übetragung in Verbindung gebracht wurde - zu einer maßvollen Auslegung gelangt, die das Schlimmste verhindern könnte. Immerhin ermöglicht der Beschluss - wörtlich leider nur, was die Teilnehmerbeschränkung bei hohen Inzidenzwerten anbelangt - ausdrücklich auf Hygienekonzepten basierende Ausnahmen. Insofern könnte, so die Hoffnung, die über eine Platzierung sichergestellte dauerhafte Einhaltung eines Mindestabstandes zumindest Debatten über die Tragweite des Begriffs "Zusammenkommen" eröffnen...

Zum Beschluss im Wortlaut.

URSPRÜNGLICHE MELDUNG: Man könnte vor Wut die Wände hochgehen: Wirtschaftszweige wie die Kinobranche dürfen nun ausbaden, was allem Anschein nach vor allem bei privaten Feiern verbockt wurde, bei Verstößen, auf die bislang nicht oder nur mit lächerlichen Sanktionen reagiert wurde.

Beim gestrigen Corona-Gipfel von Bund und Ländern wurden neue Maßnahmen zur Eindämmung der wieder massiv aufgeflammten Pandemie beschlossen, die zwar noch weit von einem neuerlichen Lockdown entfernt sind (auch wenn die Boulevardpresse mit diesem Begriff kokettiert), die aber doch erhebliche Einschränkungen bedeuten - auch zum Schaden der Kinobranche.

So wurde unter anderem beschlossen, das ab einem Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner pro Woche eine Maskenpflicht überall dort gelten soll, wo Menschen im öffentlichen Raum dichter und/oder länger zusammenkommen - dies beträfe auch Kinosäle. Tatsächlich hatten in den vergangenen Wochen bereits mehrere Städte mit entsprechenden Maßnahmen auf stark gestiegene Infektionszahlen reagiert, Aachen etwa hatte zusätzlich den Mindestabstand auf zwei Meter erhöht. Die nun getroffene Vereinbarung schließt striktere Maßnahmen auf kommunaler Ebene nicht aus.

Von Kommune zu Kommune unterschiedlich gehandhabt wird aktuell übrigens auch die Frage, ob eine Maskenpflicht im Saal mit einem Verzehrverbot einhergeht - letzteres ist leider in mehreren Städten in verschiedenen Bundesländern der Fall.

Im Rahmen der gestrigen Beschlüsse von Bund und Ländern ist zudem vorgesehen, dass in betroffenen Regionen die Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen weiter begrenzt werden soll. Für den Inzidenzwert von 35 wird hier keine Zahl genannt - wohl aber im Rahmen der zweiten Stufe der Maßnahmen, die ab einem Wert von 50 zur Anwendung kommen soll. Demnach würden Veranstaltungen dann generell auf 100 Teilnehmer beschränkt. Wichtig ist in diesem Kontext aber, dass Ausnahmen dort möglich sind, wo mit den Gesundheitsämtern abgestimmte Hygienekonzepte vorliegen. Ob die bestehenden ausreichen oder dort ggf. Anpassungen erfolgen müssen, geht aus dem Wortlaut des Beschlusses nicht hervor.

Bei einem Inzidenzwert ab 50 soll die Größe der Gruppen ohne Kontaktbeschränkung zudem einheitlich zunächst auf zehn reduziert werden; sollte sich die Lage nicht innerhalb von zehn Tagen bessern, würde die Beschränkung auf fünf Menschen oder Angehörige zweier Haushalte lauten.

Die gute Nachricht: Unternehmen, die erhebliche Einschränkungen ihres Geschäftsbetriebes hinnehmen müssen, sollen laut der gestrigen Beschlüsse zusätzliche Hilfen bekommen. Näheres lässt sich dazu aber aktuell noch nicht sagen.