Kino

European Film Awards werden virtuell vergeben

Ursprünglich hätten die European Film Awards am 12. Dezember in Reykjavik vergeben sollen. Corona-bedingt werden sie nun in einer virtuellen Zeremonie ohne Publikum am Sitz der European Film Academy in Berlin verliehen, die live im Internet gestreamt wird. Die isländische Hauptstadt ist dann 2022 Gastgeber der European Film Awards, im kommenden Jahr werden sie turnusgemäß in Berlin vergeben.

13.10.2020 12:00 • von Jochen Müller
Mike Downey, Vorsitzender der European Film Academy (Bild: EFA/EPA/Clemens Bilan)

Die European Film Awards werden am 12. Dezember nicht wie geplant in der isländischen Hauptstadt Reykjavik vergeben. Darauf haben sich die European Film Academy (EFA), der Bürgermeister von Reykjavik, Dagur B. Eggertsson, und die isländische Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Lilja Alfreðsdóttir, jetzt "mit tiefem Bedauern, aber in vollem gegenseitigen Einverständnis", wie es in einer Pressemitteilung heißt, geeinigt. Mit diesem Beschluss berücksichtige man "die sich verschlechternde Situation infolge der COVID-19-Pandemie in einer wachsenden Zahl europäischer Länder und in Island", heißt es dort weiter. Die 33. European Film Awards werden anstattdessen am 12. Dezember in einer virtuellen Zeremonie, übertragen vom Sitz der European Film Academy in Berlin unter www.europeanfilmawards.eu, verliehen. Im kommenden Jahr ist Berlin dann turnusgemäß Gastgeber der 34. European Film Awards, 2022 werden sie dann in Reykjavik vergeben.

Auf die während des Wochenendes der Preisverleihung üblicherweise geplanten Veranstaltungen wirkt sich die Corona-Pandemie ebenfalls aus, so die Pressemitteilung weiter. Für eine EFA-Woche mit zusätzlichen Online-Veranstaltung werde daher aktuell ein Konzept erarbeitet.

Zur Absage der physischen European Film Awards erklärt Mike Downey, Präsident der European Film Academy: "Die Entscheidung war nicht einfach, aber sie wurde mit Verantwortung und aus Sorge um unsere Gäste getroffen. Niemand ist enttäuschter als unsere isländischen Freunde, und auch wir bei der EFA, dass wir in diesem Jahr nicht in Reykjavik zusammenkommen können. Viel Kreativität, Leidenschaft und Energie ist bereits von allen Seiten in das EFA-Wochenende eingeflossen und wir sind ein großartiges Team geworden. Die gute Nachricht ist jedoch, dass all dies aufrechterhalten werden kann, und dass unsere inspirierende Zusammenarbeit mit dem Ziel fortgesetzt wird, eine noch schönere Feier des europäischen Kinos im Dezember 2022 in Island zu schaffen, wenn die Welt hoffentlich COVID-19 besiegt haben wird. In der Zwischenzeit wird der EFA-Wald in Heiðmörk, den wir diesen Juli mit dem Waldverband Reykjavik und der Hilfe unserer Freunde aus der isländischen Filmgemeinde gepflanzt haben, weiter wachsen. Die 3.750 Bäume werden nun in noch weniger verschmutzter Luft gedeihen und darauf warten, dass wir in zwei Jahren wiederkommen."

Reykjaviks Bürgermeister Dagur B. Eggertsson betont: "Wir hatten uns sehr darauf gefreut, unseren Gästen alles zu zeigen, was Reykjavik, aber auch die isländische Film- und Kreativindustrie zu bieten hat. Aber dies ist die einzig vernünftige Entscheidung, die zu diesem Zeitpunkt getroffen werden kann. In zwei Jahren werden wir das Virus hoffentlich überwunden haben, und es wird um so spannender sein, dieses großartige Event in Harpa, unserem schönen Konzertsaal und Konferenzzentrum, zu veranstalten. Wir sehen uns 2022 in Reykjavik!"

Die Nominierungen für die European Film Awards werden am 10. November in einem Lifestream auf dem Europäischen Filmfestival in Sevilla bekannt gegeben.