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Matti Geschonneck dreht "Die Wannseekonferenz"

Der Film über das schicksalhafte Treffen, das für die systematische Organisation und Koordination des Holocaust maßgeblich war, entsteht als Koproduktion von Constantin und ZDF.

08.10.2020 15:57 • von Frank Heine
Matti Geschonneck (Bild: privat)

Drei Jahre nach der ersten Projektankündigung wird es ernst für Oliver Berbens Verfilmung der Ereignisse um die Wannseekonferenz. Im Novmeber beginnen die Dreharbeiten zu der Koproduktion von Constantin Television und dem ZDF. Matti Geschonneck wird Regie führen.

"Wannseekonferenz", so auch der Titel des Films, erzählt die Ereignisse um das von Reinhard Heydrich anberaumte Treffen vom 20. Januar 1942, bei dem sich führende Vertreter des NS-Regimes über die so genannte "Endlösung der Judenfrage" verständigten. Der Film folgt dem von Adolf Eichmann aufgezeichneten "Besprechungsprotokoll", von dem nur ein Exemplar erhalten ist und das als Schlüsseldokument der Judenvernichtung gilt.

Das Drehbuch stammt von Magnus Vattrodt, inspiriert durch eine Vorlage von Paul Mommertz. Die Teilnehmer der Konferenz werden von Johannes Allmayer, Matthias Bundschuh, Maximilian Brückner, Fabian Busch, Jakob Diehl, Godehard Giese, Philipp Hochmair, Peter Jordan, Arnd Klawitter, Frederic Linkemann, Thomas Loibl, Sascha Nathan, Markus Schleinzer, Simon Schwarz und Rafael Stachowiak gespielt. Produzenten sind Reinhold Elschot und Friederich Oetker, Executive Producer ist Oliver Berben, die redaktionelle Verantwortung liegt bei Frank Zervos und Stefanie von Heydwolff.

Gefördert wird der Film von FFF Bayern und Medienbord Berlin-Brandenburg. Den Weltvertrieb hat die Telepool übernommen, in Zusammenarbeit mit dem Constantin Film Verleih. Gedreht wird von Anfang November bis Mitte Dezember am Original-Motiv am Wannsee und in den Berliner Unionfilm-Studios. Das Projekt wird unterstützt von der Gedenk- und Bildungsstätte "Haus der Wannsee-Konferenz". Der TV-Event-Einteiler wird voraussichtlich im Januar 2022 im ZDF ausgestrahlt.

"Wie schafft man es, Themen wie Nationalsozialismus und Holocaust für nachfolgende Generationen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und gerade auch in heutigen Zeiten daran zu erinnern, was passieren kann, wenn wir nicht auf unsere wertvolle Demokratie achten? Das war und ist die Triebfeder dieses Projektes von Anfang an und gerade jetzt ist es wichtig, den Menschen, und insbesondere auch den jüngeren Generationen, neue Möglichkeiten zu geben sich darüber auseinanderzusetzen, zu reden, zu diskutieren. Genau das soll dieser Film leisten und mit Magnus Vattrodt, Matti Geschonneck, Reinhold Elschot und Friederich Oetker haben wir zusammen mit dem ZDF eine sehr gute Konstellation von Mitstreitern gefunden, die alle dem gleichen Gedanken folgen: Nie wieder!", äußerte sich Oliver Berben zur Motivation, die zur Umsetzung des Projekts führte.