Kino

Kinoeröffnungen scheitern am Verzehrverbot

Mitglieder des US-Kinoverbands NATO haben beschlossen, ihre Häuser in San Francisco geschlossen zu lassen, obwohl sie den Spielbetrieb nun wieder aufnehmen könnten. Grund ist die Untersagung des Concessions-Verkaufs.

07.10.2020 21:52 • von Marc Mensch
Kinos dürften in San Francisco wieder öffnen - müssten nach Darstellung der NATO aber draufzahlen (Bild: imago images/ZUMA press)

Ein wenig schwer fällt es im ersten Moment womöglich schon, das Handeln der NATO-Mitglieder aus San Francisco in Einklang mit dem zu bringen, was als grundlegendes Problem im US-Kinomarkt gilt: Ohne ausreichende Auswertungsbasis keine großen Neustarts. Nun ist San Francisco sicherlich nicht New York - aber kann man ernsthaft die Chance zur Öffnung nicht ergreifen, wenn man gleichzeitig einem Gouverneur vorwirft, er sei quasi im Alleingang für den Niedergang des Marktes verantwortlich? Ist jetzt die Zeit, andere Bedingungen über einen Boykott erzwingen zu wollen?

Fragen, die man sich durchaus stellen kann - aber die Tatsache bleibt: Der Verkauf von Concessions ist natürlich eine eminent wichtige Einnahmequelle, die ungleich höhere Margen aufweist, als die Tickets selbst. Er steht für einen Umsatzanteil, dessen Wegfall umso dramatischer ist, wenn andere Restriktionen einen wirtschaftlichen Betrieb schon per se schwer denkbar machen. Und das Verbot, in Kinos Concessions zu verkaufen, die dann im Saal verzehrt werden, ist auch eines, das man mit besten Argumenten als völlig unnötig im Sinne der Sicherheit der Besucher ansehen kann. Insbesondere dann, wenn Indoor-Gastronomie erlaubt ist - und in ein und demselben Bundesstaat 40 andere Bezirke Kinoöffnungen inklusive Concessions-Verkauf erlaubt haben. Weil es die Vorgaben des Staates erlauben.

Dass sich die NATO-Mitglieder unter den Kinobetreibern in San Francisco darauf verständigt haben, ihre Häuser unter den aktuellen Bedingungen geschlossen zu halten, wie es der US-Branchendienst Deadline berichtet, ist also leider zumindest nachvollziehbar. Oder wie es der Teilverband für Kalifornien und Nevada ausdrückt: "Es ist für unsere Mitglieder unter diesen Umständen wirtschaftlich unmöglich, ihre Häuser wieder zu eröffnen und es schränkte das Kinoerlebnis für unsere Besucher erheblich ein. Wir bitten die Behörden von San Francisco mit allem gebührenden Respekt, sich an den Richtlinien des Staates und anderer Bezirke zu orientieren, wenn es um die Wiedereröffnung von Kinos geht und sich dabei im Einklang mit dem zu zeigen, was man anderen Unternehmungen auferlegt."