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Filmfest Hamburg feiert "hoffnungsvollen Neubeginn"

Nachdem das Filmfest Hamburg am vergangenen Samstag mit der Verleihung des Publikumspreises an Victor Kossakovskys Dokumentarfilm "Gunda" und dem Abschlussfilm "Nomadland" zu Ende gegangen war, sprechen die Veranstalter des ersten großen deutschen Publikumsfestivals nach dem Lockdown in einer ersten Bilanz von einem "hoffnungsvollen Neubeginn".

05.10.2020 08:42 • von Jochen Müller
Der Gewinner des Publikumspreises beim Filmfest Hamburg: "Gunda" (Bild: Filmfest Hamburg)

Bevor Chloé Zhaos Nomadland" am Samstagabend als Abschlussfilm des diesjährigen Filmfest Hamburg gezeigt wurde, wurde Victor Kossakovskys Dokumentarfilm Gunda" mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Die mit 5.000 Euro dotierte und von der Commerzbank gestiftete Auszeichnung ist der einzige Preis, der in diesem Jahr auf dem Filmfest Hamburg verliehen worden war; nominiert waren alle Filme des Programms mit Ausnahme der Sektionen "Televisionen" und "Michel" sowie des Abschlussfilms.

In seinem Dokumentarfilm "Gunda" beobachtet Victor Kossakovsky das Leben auf einem Bauernhof und schildert die Tiere dort als "Geschöpfe mit eigener Wahrnehmung, eigenem Empfinden und eigenen Gewohnheiten", wie es in der Filmfest-Mitteilung heißt. Dabei wirft er Fragen auf wie die nach der Einstellung eines jeden Einzelnen zu Nutztieren und deren Haltung.

Das Filmfest Hamburg hatte von 24. September bis 3. Oktober als erstes großes deutsches Publikumsfestival nach dem Lockdown mit Filmvorführungen in den Kinos sowie online stattgefunden. Gezeigt wurden 76 Filme und neun Sektionen sowie 13 Filme der 17. Dokumentarfilmwoche hamburg, die in diesem Jahr ein Gastspiel auf dem Filmfest Hamburg feierte.

Insgesamt sahen nach Veranstalterangaben 13.690 Besucher die Festivalfilme in den fünf Festivalkinos; das entspricht rund einem Drittel der Besucherzahl des Vorjahres. Angesichts der Corona-bedingt auf 30 Prozent reduzierten Sitzplatzkapazität sprechen die Festivalverantwortlichen bei lediglich der Hälfte der gezeigten Filme im Vergleich zum Vorjahr von "einer ungebrochenen Begeisterung für das Festival in der Hansestadt". Festivalleiter Albert Wiederspiel: "Diese Zahl freut mich als Kinomensch sehr. Es beweist, dass sich das Hamburger Publikum nach Live-Kultur und gemeinsamen Kino- und Festivalerlebnissen sehnt und mit Filmfest Hamburg zaghaft die Rückkehr in die Kinosäle gewagt hat".

Rund 2.500 User nutzten darüber hinaus das digitale Filmangebot des "Streamfest Hamburg", die Zahl der Filmleihen liegt bei rund 3.000.

Im kommenden Jahr findet das Filmfest Hamburg von 30. September bis 9. Oktober statt.