Festival

Zürich vergibt Preise und zieht positive Bilanz

Zu den Gewinnern des 16. Zurich Film Festival zählt der österreichische Beitrag "Hochwald" von Evi Romen. Die Amour-Fou-Produktion gewann das Goldene Auge im Fokus Wettbewerb. Ingesamt zählte das Festival, das rein physisch stattfand, 68.000 Besucher.

05.10.2020 09:35 • von Barbara Schuster
Evi Romen freut sich für die Auszeichnung von "Hochwald" (Bild: Andreas Rentz/Getty Images for Zurich Film Festival)

Zu den Gewinnern des 16. Zurich Film Festival zählt der österreichische Beitrag "Hochwald" von Evi Romen. Die Amour-Fou-Produktion gewann das Goldene Auge im Fokus-Wettbewerb. Eine besondere Erwähnung gab es hier für die beiden deutschen Koproduktionen "One of These Days" von Bastian Günther und "Wood" von Monica Lazurean-Gorgan, Michaela Kirst und Ebba Sinzinger. Im Spiefilm-Wettbewerb setzte sich der mexikanische Beitrag Sin Señas Particulares" von Fernanda Valadez durch. Mit dem Goldenen Auge für den besten Dokumentarfilm wurde Garrett Bradleys "Time" geehrt. Als beste Serie machte der dänische Beitrag "Cry Wolf" von Maja Jul Larsen das Rennen und der Preis der Kinderjury ging an "The Club of Ugly Children" von Jonathan Elbers. Das Züricher Festivalpublikum wählte mit Karin Heberleins "Sami, Joe und ich" einen Schweizer Film zu seinem Favoriten. Und der Preis der Kritikerjury ging an den deutschen Dokumentarfilm "80 000 Schnitzel" von Hannah Schweier. Über den zum zweiten Mal vergebenen Science Film Award darf sich Nathan Grossman für I Am Greta" freuen.

Als Ehrengäste wurden unter anderem Iris Berben und Til Schweiger mit Goldenen Augen gefeiert.

Das 16. ZFF war die erste große Veranstaltung, die in der Schweiz nach dem Corona-Lockdown stattfinden konnte. 165 Filme wurden physisch in Zürcher Kinos aufgeführt, darunter die Rekordzahl von 23 Weltpremieren (2019 waren es elf). Gesamt zählt das Festival 68 000 Besucher - viel mehr, als die Veranstalter erwartet hatten, wie es in der Pressemitteilung heißt.

"Wir sind hochzufrieden", bilanziert Direktor Christian Jungen. "Wir wollten mit dem ZFF ein Zeichen des Optimismus und des Aufbruchs setzten. Das ist uns gelungen. Es hat sich gezeigt, dass die Leute wieder Lust auf Kino haben." Rund 100 Vorstellungen waren laut ZFF komplett ausverkauft; bei mehr als 100 der 165 Filme habe die Auslastung in den Sälen über 90 Prozent betragen. Nach Abzug der Sitzplätze, die wegen den Schutzmaßnahmen frei bleiben mussten, lägen die Besucherzahlen damit auf Vorjahresniveau. "Wir haben bewiesen, dass man auch unter den gegenwärtigen Bedingungen eine Kulturveranstaltung ausrichten kann. Nun hoffen wir, dass sich auch weitere Veranstalter getrauen, ihren Betrieb wieder aufzunehmen und dass die Leute wieder vermehrt ins Kino gehen", so Jungen.

2021 wird das ZFF vom 23. September bis 3. Oktober stattfinden.