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Kinocharts Deutschland Trend: "Jim Knopf" und der ungewisse Multiplikator

In den deutschen Kinos ist aktuell immer noch "Tenet" die Nummer eins. Gut möglich aber, dass er im Verlauf des Wochenendes an der Spitze noch von "Jim Knopf und die Wilde 13" abgelöst wird - alles hängt von dem Multiplikator für den Familienfilm von Rat Pack Filmproduktion ab.

02.10.2020 07:40 • von Thomas Schultze
Wird im Verlauf des Wochenendes gehörig Fahrt aufnehmen: "Jim Knopf und die Wilde 13" (Bild: Warner Bros)

Schon vor Corona fiel es oft schwer, einen korrekten Multiplikator für Familienfilme in den deutschen Kinos anzulegen: Starttag mal 8 bis in Ausnahmefällen mehr als 20 waren möglich. Wetter, Ferien, Spielzeiten - alles spielt eine Rolle. Jetzt kommt noch die Ausnahmesituation einer Pandemie hinzu. Am vergangenen Wochenende kam Ooops 2 - Land in Sicht" nach 1800 Besuchern am Donnerstag am gesamten Wochenende auf 58.000 Zuschauer - ein Multiplikator von mehr als 30.

Insofern ist es fast unmöglich, korrekt festzulegen, wo Jim Knopf und die Wilde 13", der bisher größte deutsche Filmstart seit Ende des Lockdowns, am Ende des Wochenendes landen wird. Gestern kam der Film von Dennis Gansel bei weitgehend sonnigem Wetter und Schule in sämtlichen Bundesländern (erst am Montag beginnen in den ersten Bundesländern die Herbstferien) mit knapp 7000 Zuschauern und 50.000 Euro Umsatz in 609 Kinos auf Platz zwei. Gut möglich aber, dass die Verfilmung des Klassikers von Michael Ende allerdings am Ende des Wochenendes den ersten Platz übernehmen wird. Es hängt vom Multiplikator ab. Bei einem niedrigen Multiplikator von zehn würde "Jim Knopf und die Wilde 13" auf 70.000 Besucher und 500.000 Euro Einspiel kommen - das wäre seit Ende des Lockdowns bereits der beste Start eines deutschen Films und eines Familienfilms sowie der drittbeste Start eines Films überhaupt. Schafft der Film einen Multiplikator von 20, dann würden 140.000 Zuschauer und 1,0 Mio. Euro Boxoffice zu Buche schlagen. Und ja, bei einem Multiplikator wie "Ooops 2" wäre ein Startwochenende mit mehr als 200.000 Besuchern möglich. Dazu kommen auf jeden Fall schon einmal 42.000 von Warner Bros. gemeldete Besucher aus den Previews am Sonntag, die ein zusätzlicher Indikator dafür sind, dass es mit dem zweiten "Jim Knopf" im Verlauf des Wochenendes steil bergauf gehen könnte.

Nach den Zahlen vom Donnerstag ist die unangefochtene Nummer eins unverändert Tenet", der sein sechstes Wochenende mit 10.000 Zuschauern und 100.000 Euro Boxoffice startet. Bis Sonntag sollten etwa 100.000 Kinogänger möglich sein. "Tenet" würde dann auch nach gesamten Besucherzahlen an Nightlife" vorbeiziehen und wäre dann zweitmeistgesehener Kinofilm des Jahres. After Truth" holte sich auf Platz drei knapp 5000 Zuschauer und 40.000 Euro Kasse. Der zweitgrößte Kinohit der Nach-Lockdown-Zeit steuert auf ein fünftes Wochenende im 50.000-Zuschauer-Bereich zu. Auf Platz vier geht Gott, du kannst ein Arsch sein!" ins Rennen. Der Film von André Erkau zählte gestern in 422 Kinos 4500 Kinogänger und setzte knapp 40.000 Euro um. Für das Gesamtwochenende scheinen 45.000 Besucher möglich. Die Top fünf beschließt New Mutants", der sein viertes Wochenende mit 2100 verkauften Tickets und 18.000 Euro beginnt.

Gerade noch in die Top Ten schaffte es gestern Enfant terrible" von Oskar Roehler. Der Eröffnungsfilm des Filmfest Hamburg, der zur Sélection officielle des Festival de Cannes zählt, wurde in 71 Kinos von 680 Besuchern gesehen und konnte 5800 Euro umsetzen. Auf dem zwölften Rang lief der Berlinale-Hit "Niemals selten manchmal immer" an, der in 77 Kinos bei 750 Zuschauern auf ein Boxoffice von 5650 Euro kam. Die Misswahl - Der Beginn einer Revolution", der letzte Film, der in Deutschland von Entertainment One ins Kino gebracht wird, lief an auf Platz 15 mit 400 Kinogängern und 3500 Euro Umsatz in 102 Kinos.