Kino

Programmkinostudie erinnert an Wachstumsmarkt

Die in Leipzig bereits in Auszügen präsentierte Programmkinostudie der FFA liegt nun in Gänze vor, die Zahlen zeigen natürlich weiterhin einen Markt, der sich im anhaltenden Aufschwung befunden hatte, bevor die Pandemie zuschlug. Die massive Reichweitensteigerung beim Publikum von Arthouse-Filmen sticht indes nur auf den ersten Blick heraus.

30.09.2020 13:13 • von Marc Mensch
Unter anderem die Klassifizierung des Blockbusters "Joker" als Arthouse-Film wirkt sich statistisch massiv auf die Betrachtung der Reichweiten aus (Bild: Warner)

Bei der Filmkunstmesse Leipzig waren die wichtigsten Eckdaten bereits vorab präsentiert worden (wir berichteten), nun hat die FFA ihre diesjährige Programmkinostudie komplett vorgelegt. Um dies kurz noch einmal zu rekapitulieren: Die Studie zeichnet das Bild eines Marktes, der sich 2019 wieder im Aufschwung befunden hatte, nachdem das Jahr 2018 ihn kurz ausgebremst hatte - wenn auch, anders als den Gesamtmarkt, nur in extrem geringem Ausmaß.

Zur kompletten Studie auf den Seiten der FFA

Demnach ist der Programmkino-Bestand 2019 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 585 Spielstätten gewachsen - etwas stärker als der Gesamtmarkt, der ein Plus von vier Prozent ausweist und sich Ende 2019 auf 1.734 Kinos belief. Zugenommen hat auch die Anzahl der Programmkino-Leinwände (sechs Prozent), Sitzplätze (fünf Prozent) und vor allem die Zahl der verkauften Tickets, die um neun Prozent auf 16,4 Millionen stieg. Dass dieser Zuwachs deutlich unterhalb dessen liegt, was der Gesamtmarkt an Plus erwirtschaftete, liegt natürlich am stabilen Ergebnis 2018 (siehe oben).

Das Durchschnittsalter des Publikums von Arthouse-Filmen ist von 49,9 auf 49,3 Jahre weiter geringfügig gesunken, die Reichweite hingegen sehr stark gestiegen: 2019 haben 12,3 Mio. Personen Arthouse-Filme gesehen, 44 Prozent mehr als 2018. Wichtig ist in diesem Zusammenhang: Erfasst sind hier die Besucher der Filme, nicht der Programmkinosäle. So ist die massive Steigerung nicht zuletzt auf die Klassifizierung von unter anderem "Joker" oder Der Junge muss an die frische Luft" als Arthouse-Filme (den natürlich mit Abstand erfolgreichsten) zurückzuführen.

Der deutsche Hit schaffte es neben fünf anderen aus deutscher Produktion auch in die Top 10 der bestbewerteten Arthouse-Filme, mit einer Durchschnittsnote von 1,4. An der Spitze steht der schon 2018 am besten bewertete Titel Bohemian Rhapsody" (1,2), bereits auf Platz 2 folgt Systemsprenger" mit 1,3.