Kino

Kinos in San Francisco vor Wiedereröffnung

Noch gibt es keine guten Nachrichten für New York oder Los Angeles, aber immerhin wird wenigstens ein wichtiger kalifornischer Markt bald wieder bespielt werden können - wenn auch mit massiven Einschränkungen.

30.09.2020 11:36 • von Marc Mensch
Das hart von der Pandemie getroffene San Francisco geht bei der Wiedereröffnung von Kinos extrem restriktiv vor (Bild: imago images/ZUMA press)

Weshalb man weltweit darauf wartet, dass die wichtigsten US-Kinomärkte wieder an den Start gehen, ist nur allzu offensichtlich: Denn die Auswertungsstrategie der Studios hängt je nach Titel nach wie vor zu einem Gutteil vom Wohl und Wehe des US-Markts ab. Nun zeigt dessen aktuelle Schwäche zwar, dass die dortigen Probleme weit über die Frage der Öffnung hinausgehen - nicht zuletzt deshalb, weil die Vereinigten Staaten auch dank alptraumhafter Führung im weltweiten Vergleich besonders hart getroffen wurden und grundsätzliche Vorbehalte gegenüber manchen Aktivitäten dort erheblich ausgeprägter zu sein scheinen, als in anderen Ländern. Aber Grundvoraussetzung für eine Erholung bleibt die Wiedereröffnung natürlich - und insofern ist es eine gute Nachricht, dass wenigstens San Francisco nun nachzieht, auch wenn Los Angeles und New York die eigentlichen Kronjuwelen wären.

Die Gesundheitsbehörden hätten ihren Segen für den Kinobetrieb in San Francisco übrigens schon vor Wochen gegeben, nun also soll es am 7. Oktober wieder losgehen. Wobei diese Erlaubnis mit massiven Restriktionen verbunden sein wird. Denn obwohl Kalifornien grundsätzlich Vorstellungen mit 50 Prozent der Saalkapazität zulassen würde, beharrt San Francisco zunächst auf 25 Prozent. Und nicht nur das: Auch der Verkauf von Concessions wird erst einmal nicht zugelassen sein.

Unter dem Strich gibt es also kaum ein wirtschaftliches Argument für Kinobetreiber in San Francisco, die Türen tatsächlich wieder zu öffnen. Denn was der Betrieb selbst unter erheblich günstigeren Bedingungen als in San Francisco aktuell für US-Kinos bedeuten kann, wird deutlich, wenn man sich den aktuellen Börsenprospekt von AMC durchliest, in dem ausführlichst die (potenziellen) Risiken für Anleger beschrieben werden. Hier findet sich nicht zuletzt der Hinweis, dass man noch vor Abschluss der Bilanz für das dritte Quartal davon ausgehe, dass sich die Geschwindigkeit, mit der finanzielle Mittel aufgebraucht werden, mit den ersten Wiedereröffnungen noch erhöht habe und dass die Kosten für den Betrieb von Kinos die damit generierten Umsätze zunächst einmal weiter übersteigen könnten.

Was zunächst bleibt, ist also vorrangig die wichtige Signalwirkung weiterer Wiedereröffnungen - in Richtung der Studios und des Publikums gleichermaßen.