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Michael Gwisdek 78-jährig verstorben

Der Schauspieler ist gestern nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren verstorben.

23.09.2020 11:55 • von Jochen Müller
Im Alter von 78 Jahren verstorben: Michael Gwisdek (Bild: Fabian Engelhardt-Schott)

Michael Gwisdek ist tot. Wie seine Familie jetzt bekannt gab, verstarb der Schauspieler gestern nach kurzer schwerer Krankheit. Er wurde 78 Jahre alt.

Michael Gwisdek wurde am 14. Januar 1942 in Berlin geboren. Der Gastwirts-Sohn wuchs in der DDR auf, machte eine Facharbeiterausbildung zum Dekorateur und arbeitete später unter anderem in der elterlichen Gaststätte. Nebenbei absolvierte er ein Fernstudium für Regie am Theaterinstitut Leipzig. Von 1965 bis 1968 studierte er Schauspiel in Berlin. Im Anschluss erhielt Gwisdek Engagements an verschiedenen Bühnen. Seit 1968 ist er auch als Filmschauspieler tätig. Im Film Mann gegen Mann" von 1976 spielte er seine erste größere Filmrolle. Mit dem Regisseur Ulrich Weiß drehte Gwisdek die Filme Dein unbekannter Bruder" (1982) und Olle Henry" (1983). Für seine Darstellung des Boxers Henry Wolters erhielt er den Kritikerpreis der DDR als bester Darsteller. 1988 lieferte Gwisdek mit Treffen in Travers" seine erste, mehrfach ausgezeichnete Regiearbeit ab. Nach dem Zusammenbruch der DDR konnte Gwisdek seine Karriere auch im vereinigten Deutschland fortsetzen. Zu einem seiner größten Erfolge wurde Andreas Dresens Film Nachtgestalten" (1999), für den Gwisdek den Silbernen Bären der Berlinale sowie den Ernst-Lubitsch-Preis bekam. Zu den aktuelleren Filmen mit Michael Gwisdek gehören unter anderem Elementarteilchen", Der Baader Meinhof Komplex", Hilde" und Männersache". Außerdem ist Gwisdek oft gesehener Gast in Fernsehfilmen und TV-Reihen wie "Tatort", "Der letzte Zeuge" oder "Rosa Roth". Im vergangenen Herbst hatte Michael Gwisdek noch für Ingo Raspers ARD-Degeto-Film "Nicht ihr Ding!" (AT) vor der Kamera gestanden.

1991 war Michael Gwisdek für seine Rolle in Roland Gräfs Der Tangospieler" beim Deutschen Filmpreis mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet, 2013 erhielt er den Deutschen Filmpreis für seine Rolle in Jan-Ole Gersters Oh Boy". 2008 wurde Michael Gwisdek mit dem Deutschen Fernsehpreis als bester Nebendarsteller für seine Rolle in Roland Suso Richters Das Wunder von Berlin" prämiert, 2015 wurde er bei der Verleihung des Hessischen Fernsehpreises mit dem Ehrenpreis des hessischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet.