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Ausfallfonds II: Produzenten appellieren weiter

Die Produzentenallianz fordert Sender und Streamer auf, Verantwortung zu übernehmen und mit den Ländern eine Lösung für den Fernsehproduktionen zugedachten Ausfallfonds II herbeizuführen.

16.09.2020 17:50 • von Frank Heine
Alexander Thies (Bild: Produzentenallianz)

Nachdem der Ausfallfonds I für Kino- und High-End-Serienproduktionen nach langem Ringen auf den Weg gebracht wurde, wartet die Produktionsbranche weiterhin auf eine vergleichbare Absicherung für klassische Fernsehproduktionen. Einem Schreiben der Produzentenallianz zufolge, befinden sich Länder und in fortgeschrittenen Beratungen zu einem Ausfall­fonds II.

Der Gesamtvorstand der Produzentenallianz erwarte eine solidarische Lösung mit kurzfristiger Umsetzung. Den Produzenten zufolge ist eine Ausstattung des Fond mit 100 Mio. Euro erforderlich. Des entspreche bei einem geschätzten jährlichen Produktionsvolumen von rund zwei Mrd. Euro einem Schutzschirm von fünf Prozent. Die Aufwendungen der Sendergruppen und Streamer sollten zusammen bei mindestens 40 Mio. Euro liegen - aus Produzentensicht eine "wirtschaftlich tragbare Größenordnung". Die Produzenten zeigen sich zusätzlich zu den zu erbringenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen auch bereit, sich mit einem "angemessenen Anteil" am Ausfallfonds zu beteiligen.

Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz, betonte am Mittwoch im Vorstand, sieht neben den Sendern ebenso die Länder in der Pflicht, denen an Bewahrung ihrer Produktionsstandorte gelegen sei: "Wichtig wäre für uns auch, dass sich der Föderalismus als handlungsfähig beweist und sich alle Länder an dem Fonds beteiligen. Gerade vor der beginnenden Herbst-Winter-Saison stehen die Leistungsfähigkeit der Produktionswirtschaft und damit auch die Programmversorgung der Auftraggeber auf dem Spiel."