Kino

Starker Zuspruch für Filmkunstmesse Leipzig

Mit Screenings von "Und morgen die ganze Welt" und "Contra" ist gestern die 20. Filmkunstmesse Leipzig an den Start gegangen - und kann sich als erster zentraler Branchentreff in Corona-Zeiten über großen Zulauf freuen. Den gelungenen Auftakt nutzte die AG Kino-Gilde indes auch für einen Appell an die Bundesländer.

15.09.2020 10:18 • von Marc Mensch
AG-Kino-Geschäftsführer Felix Bruder (2.v.l.) mit dem Team ?Contra?: Produzent Tom Spieß, Regisseur Sönke Wortmann und Produzent Christoph Müller (Bild: AG KIno-Gilde/Tom Schulze)

Ein weiteres kleines Stück Normalität ist (wenn auch nicht gänzlich in gewohnter Form) zur Kinobranche zurückgekehrt: Als erster zentraler Branchentreff in Corona-Zeiten konnte die Filmkunstmesse Leipzig gestern ihren Auftakt feiern - und das mit gleich zwei hochkarätigen Eröffnungsfilmen. Exklusiv für die Fachbesucher präsentierte Julia von Heinz ihren bereits preisgekrönten Festivalbeitrag aus Venedig, Und morgen die ganze Welt", das öffentliche Festivalprogramm startete wiederum mit dem sehnlich erwarteten Contra", Regisseur Sönke Wortmann begeisterte im Anschluss auch noch beim Publikumsgespräch.

Der Zuspruch zur Filmkunstmesse signalisiert unterdessen das enorme Bedürfnis der Branche nach Austausch - wo die Veranstalter im Vorfeld schon recht optimistisch mit 600 Fachbesuchern für ein Event unter ganz besonderen Rahmenbedingungen gerechnet hatten, zählt man nun über 700 Kinobetreiber, Filmverleiher und Filmschaffende, die sich in dieser Woche zu über 100 Screenings, zu zahlreichen Seminaren und Panels und einfach auch zum persönlichen Austausch zusammenfinden. Den Stellenwert der Veranstaltung unterstreicht auch, dass sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters für den morgigen Mittwoch angekündigt hat.

Unterdessen nutzte die AG Kino-Gilde den gelungenen Auftakt auch für einen Appell an die Bundesländer, wenigstens ähnliche Bedingungen für den Kinobetrieb zu schaffen, wie dies in Sachsen der Fall ist - und wie es demnach auch bei der Filmkunstmesse praktiziert werden kann: "Ein Sitz Abstand zwischen Besuchern und keine Maske während der Vorstellung. Das ist eine Regelung mit Augenmaß, die wir auch für alle anderen Bundesländer fordern!", so der Vorsitzende Christian Bräuer. "Mit der Filmkunstmesse werden wir beweisen, dass Kino ein sicherer Kulturort ist und laden unsere Besucher ein, sich wieder von der großen Leinwand verführen zu lassen."

Ein Appell, der einen Tag vor dem Inkrafttreten einer Neuregelung in Rheinland-Pfalz kommt, die Erleichterungen mit sich bringt, von Kinobetreibern in Leipzig aber auch enttäuscht kommentiert wurde. Denn in diesem Bundesland gilt zwar ab morgen auch die Regel des einen freibleibenden Sitzes - dies aber auch nach vorne und hinten, unabhängig vom Reihenabstand.