Produktion

Ausfallfonds zur Absicherung von Kinofilm- und Serienproduktionen gestartet

Der vom Bund mit 50 Mio. Euro ausgestattete Ausfallfonds zur Abfederung von Produktionsrisiken in Corona-Zeiten ist heute als Teil des Programms "Neustart Kultur" in Kraft getreten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters nutzte den Start des Fonds indes auch, um an die Verantwortung von Sendern und Ländern zu erinnern.

11.09.2020 12:49 • von Marc Mensch
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (Bild: Elke A. Jung-Wolff)

Gestern noch hatte die Produzentenallianz einen baldigen Start des vom Bund mit 50 Mio. Euro ausgestatteten Ausfallfonds zur Absicherung von Kinofilm- und Serienproduktionen angemahnt, heute ist es dann auch so weit. Wie die BKM mitteilte, ist der Ausfallfonds heute in Kraft getreten und soll als Teil des Programms "Neustart Kultur" (das insgesamt 165 Mio. Euro für die Unterstützung der Filmbranche vorsieht) die Wiederaufnahme der Produktion von Kinofilmen und High-End-Serien in Deutschland dadurch ermöglichen, dass Covid19-bedingte Produktionsstörungen abgefedert werden.

Denn wie das Büro von Kulturstaatsministerin Monika Grütters ausführt, können Filmproduktionen zwar mittlerweile wieder starten, doch selbst bei Einhaltung hoher Hygieneauflagen bleibe ein Restrisiko einer Covid19-Infektion am Set. Darüber hinaus könne es passieren, dass Drehorte Corona-bedingt nicht zur Verfügung stünden. Die Folge seien teure Produktionsunterbrechungen oder sogar der endgültige Produktionsabbruch. Dieses Pandemierisiko sei aktuell nicht versicherbar, weswegen ein enormes wirtschaftliches Risiko auf den Schultern der Filmproduzentinnen und -produzenten laste, dass durch den Fonds gemildert werden soll.

Konkret erfasst der Fonds die Produktion von Kinofilmen und High End-Serien, die bereits durch eines der Filmförderinstrumente des Bundes (DFFF, GMPF, FFG und kulturelle Filmförderung der BKM) gefördert sind. Produktionen mit einem majoritären Förderanteil des Bundes werden im Schadensfall mit bis zu 1,5 Millionen Euro durch die BKM unterstützt. Produktionen, die majoritär durch die Länder gefördert sind, erhalten bundeseitig im Schadensfall bis zu 750.000 Euro zusätzliche Unterstützung. Ebenfalls bis zu 750.000 Euro können für diese Produktionen durch die sich am Ausfallfonds beteiligenden Länder bereitgestellt werden.

Dazu die Kulturstaatsministerin: "Nie in der Geschichte der bewegten Bilder wurde die Filmbranche weltweit so sehr in ihrer Lebensweise und Wirksamkeit getroffen wie durch die Corona-Bedrohung. Aber wir brauchen Filme, die uns helfen, die Welt zu verstehen, die zum Perspektivenwechsel einladen, die unseren Blick auf die Realität weiten und auch die Grenzen unserer Empathie. Deshalb helfen wir beim Neustart der Film- und Serien-Produktion auch mit diesem Ausfallfonds."

Monika Grütters nahm unterdessen auch die Gelegenheit wahr, an die Verantwortung der Sender und Länder zu erinnern - auch für jene Produktionen, die nicht vom Fonds erfasst werden: "Neben dem kräftigen Engagement des Bundes brauchen wir auch das Engagement der für den Rundfunk zuständigen Länder und Sender", sagte Grütters. "Wir müssen zusammenstehen, um dieser künstlerischen und technologischen Schlüsselindustrie einen echten Neustart zu ermöglichen. Daher bin ich froh, dass es offenbar einen sehr regen Abstimmungsprozess zwischen Ländern und Sendern zur Absicherung von TV-Produktionen gibt und einige Länder zudem bereits zugesagt haben, sich ebenfalls finanziell am Ausfallfonds für Kinoproduktionen und High End Serien zu beteiligen."

Der Ausfallfonds wird vom 11 September 2020 bis zum 30. Juni 2021 laufen und durch die Filmförderungsanstalt (FFA) unter Einbindung externer Expertise der Versicherungswirtschaft abgewickelt.

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