Kino

Kino-Comeback: Programmsituation vor erneuter Verschärfung?

Während sich die deutsche Kinobranche gerade über erfreuliche Zahlen freuen kann, droht US-Medienberichten zufolge neues Ungemach. So soll die anhaltende Schließung der Kinos in den wichtigsten US-Märkten weitere Startverschiebungen auslösen.

09.09.2020 21:31 • von Marc Mensch
Zumindest Deadline bezweifelt unter Berufung auf US-Branchenkreise, dass "Wonder Woman 1984" auf dem Oktober-Termin bleibt (Bild: Warner)

Es handelt sich derzeit nur um unbestätigte Gerüchte, allerdings gibt sich der US-Branchendienst Deadline diesbezüglich vergleichsweise sicher - und die Argumente sind zumindest plausibel. Nachdem die Kinos in den wichtigen US-Städten New York und Los Angeles weiterhin geschlossen bleiben (immerhin können mittlerweile Häuser u.a. in San Diego, San Francisco und Orange County wieder an den Start gehen) und dort selbst im besten Fall nicht vor Ende September/Anfang Oktober mit einer Wiedereröffnung zu rechnen ist, ist die Spekulation wenigstens naheliegend, dass die bisherigen US-Ergebnisse von Tenet" Warner womöglich nicht in der Entscheidung bestärken, zeitnah den nächsten Blockbuster folgen zu lassen.

Zumal die Argumentation stichhaltig ist, dass man "Tenet" nicht ausgerechnet in den oben genannten wichtigen Märkten einen hochkarätigen Konkurrenten aus dem eigenen Hause in den Weg wird stellen wollen, wenn Christopher Nolans Meisterwerk dann endlich auch dort auf der Leinwand zu sehen sein wird. Konkret geht es um Wonder Woman 1984", der - Deadline beruft sich hier auf in Betreiberkreisen kursierende Gerüchte - vor einer Verschiebung steht. Nun hatte der jüngst veröffentlichte Haupttrailer ja durchaus Hoffnung auf einen zeitnahen Start gemacht, auch das FSK-Prüfsiegel (Ab 12) wurde gerade vergeben - allerdings fällt auf, dass dem Trailer fehlte, was bei Keine Zeit zu sterben" sofort ins Auge stach: irgendeine Form der Datumsangabe. Gleiches gilt übrigens auch für den brandneuen Trailer zu "Dune", auch hier legt sich Warner nicht einmal auf ein Jahr fest.

Darüber erklärt sich auch die Spekulation, die Deadline anstellt: "Wonder Woman 1984" könne demnach - wie zuletzt die auch hierzulande überraschend erfolgreiche DC-Adaption Aquaman" - zum Weihnachtsfilm werden und damit Denis Villeneuves Neuadaption der Romanreihe von Frank Herbert ins nächste Jahr schieben. Allerdings spielt Deadline an dieser Stelle erst einmal nur mögliche Szenarien durch - und wenn man ehrlich ist: Was ist derzeit schon nicht plausibel? Noch vor gut einem halben Jahr wäre kaum jemand für voll genommen worden, der die Release-Strategie für Mulan" vorausgesagt hätte... So stellt man der Verdrängung von "Dune" auch die Möglichkeit gegenüber, dass "Wonder Woman" eine andere Superheldin (namentlich Black Widow") terminlich beerben könnte. Wie dem auch sei: Überraschen würden neuerliche Verschiebungen kaum, insbesondere für den deutschen Markt wären sie aber ein herber Schlag: Denn hierzulande hat das Kino gerade zwei Wochen in Folge eindrucksvoll gezeigt, was auch unter miserablen Rahmenbedingungen schon wieder möglich ist...