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ARD setzt bei zahlreichen Serien auf "online first"

Angesichts einer Vielzahl zunächst in der Mediathek präsentierter serieller Formate wie "Oktoberfest 1900" oder "Babylon Berlin" spricht Fiction-Koordinator Jörg Schöneneborn von einem "Paradigmenwechsel."

31.08.2020 15:41 • von Frank Heine
"Oktoberfest 1900! mit Maximilian Brückner und Misel Maticevic (Bild: BR/ARD Degeto/MDR/WDR/Zeitsprung Pictures GmbH/Dusan Martincek)

Die mit Blickrichtung Mediathek im vergangenen Jahr ausgerufene Serienoffensive der ARD hat Früchte getragen. Der Senderverbund hat ein umfassendes Serienbouquet zusammengestellt, das im Herbst und Winter unter der Devise "online first" angeboten wird. Den Auftakt macht die historische Serie Oktoberfest 1900" am 8. September. Die weiteren, noch 2020 angebotenen ARD-Serien sind "Pan Tau" (27. September), die dritte Staffel von Babylon Berlin", die ab dem 11. Oktober komplett zur Verfügung steht, die Miniserie "Das Geheimnis des Totenwaldes", die einen spektakulären realen Kriminalfall erzählt und die dritte Staffel Charité".

Hinzu kommen die deutsch-französische Polit-Satire Parlament" von One (29. September) sowie mehrere Formate aus den dritten Programmen. Darunter die Comedy-Serien Der letzte Wille" (SWR), "Ethno" (WDR) und "Da is' ja nix" (NDR) sowie im November - lediglich als Online-Angebot - die Mockumentary "How to Tatort" (Radio Bremen). Vom MDR gibt es ab Dezember die Webserie "Zwei Minuten - Der Test", in der es um das bange Warten nach einem Schwangerschaftstest geht. Abgerundet wird das Herbst/Winterprogramm durch zwei in Koproduktion entstandene Crime-Foramte aus Skandinavien, "Twin" und "Kommissar Bäckström", die beide für Dezember eingeplant sind.

"So viel und so vielfältig war Serie in der ARD noch nie", so der ARD-Koordinator Fiktion, Jörg Schönenborn, der hervorhob, dass erstmals durchgängig zuerst die ARD Mediathek bespielt werde. Mit dem Angebot solle die Attraktivität der ARD-Mediathek nachhaltig gestärkt werden. "Wir wollen zeigen, dass wir es im non-linearen Wettbewerb ernst meinen: Wir denken nicht länger zuerst in linearen Sendeplätzen, sondern konsequent zuerst in Inhalten und Projekten - ein Paradigmenwechsel für die ARD."

Frank Beckmann, ARD-Koordinator Vorabendprogramm, der die Online-Serienoffensive vergangenes Jahr in einem Interview publik gemacht hatte, spricht von einem "fulminanten Start" und allen Beteiligten "ein großes Kompliment" aus.