Kino

Gericht soll im September über Schicksal der Ymagis-Gruppe entscheiden

Parallel zur Bekanntgabe der Pandemie-bedingt schlechten Umsatzzahlen für das erste Halbjahr 2020 hat die Ymagis-Gruppe auch über den Stand des laufenden Insolvenzverfahrens informiert. Demnach soll ein Gericht im September über vorliegende Übernahmeangebote entscheiden - im schlimmsten Fall droht die Liquidation.

14.08.2020 09:01 • von Marc Mensch
Ymagis-CEO Jean Mizrahi (Bild: Ymagis SA)

Die Ymagis-Gruppe hat heute ihre Umsatzzahlen für das ersten Halbjahr 2020 bekanntgegeben - und vor allem die Pandemie und die damit verbundenen monatelangen Kinoschließungen rund um den Globus haben das Ergebnis massiv negativ beeinflusst. Unter dem Strich sanken die Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48 Prozent auf 39,2 Prozent. Am stärksten brach das (ohnehin auch planmäßig schrumpfende) VPF-Geschäft mit einem Minus von 81 Prozent auf 3,7 Mio.Euro ein; am vergleichsweise besten hielt sich der Geschäftsbereich "Untertitelung und Barrierefreiheit" von CinemaNext, der "nur" um 24 Prozent nachgab.

Interessanter als die erwartungsgemäß schlechten Zahlen sind die gleichzeitig bekanntgegebenen Informationen zum laufenden Insolvenzverfahren, das am 30. Juni unter anderem über die Konzernholding Ymagis SA eröffnet wurde (wir berichteten), nachdem es der Gruppe nicht gelungen war, sich einen staatlich garantierten Hilfskredit zu sichern.

Die beiden Insolvenzverwalter Jonathan El Baze und Carole Martinez hatten in diesem Zuge bereits am 3. Juli per Annonce nach Interessenten für eine Übernahme von Ymagis SA und der weiteren betroffenen Töchter (zu diesen zählen laut Ymagis explizit nicht die zu CinemaNext SA gehörenden Unternehmungen) gesucht, die ursprünglich bis 17. Juli laufende Frist zur Abgabe von Angeboten war bis 30. Juli verlängert worden und ist nun abgelaufen.

Laut Ymagis seien mehrere Angebote auf eine komplette bzw. teilweise Übernahme von Ymagis SA und/oder einzelnen Töchtern abgegeben worden. Es wird nun erwartet, dass das Pariser Handelsgericht in der ersten Septemberhälfte über mögliche Verkäufe entscheidet. Sollten die Angebote abgelehnt werden, stünde die Liquidation der betroffenen Konzernteile im Raum, Ymagis selbst beschreibt dieses Szenario noch als "unwahrscheinlich". Der Handel von Anteilen an Ymagis SA bleibt unterdessen weiter ausgesetzt.