Festival

Filmfest München Pop-Up Diary #5: Herzballons und Sternschnuppen

Fünfter Film der Pop-up-Ausgabe des Filmfest München: "Hello Again - Ein Tag für immer" von Maggie Peren. Christoph Gröner, Künstlerischer Leiter des Filmfest München, berichtet in seinem Festival-Tagebuch von seinen Eindrücken und Impressionen.

13.08.2020 12:05 • von Jochen Müller
Rom-Com-Feeling pur gab es gestern beim fünften Film der Pop-Up-Ausgabe des Filmfest München, "Hello Again - Ein Tag für immer" von Maggie Peren (Bild: Filmfest München)

Fünftes Filmfest München Pop-Up mit Hello Again: Beim Footcall vor der Filmvorführung flog ein einsamer roter Herzluftballon in den Himmel, die Fotografen knipsten hinterher gegen die untergehende Sonne. Rom-Com-Feeling pur. Die anderen Ballons hielten die Stars aber fest: Alicia von Rittberg, Edin Hasanovic, Emilia Schüle und Samuel Schneider hatten neben Regisseurin Maggie Peren und dem Produzententeam von Sommerhaus , Sophie Cocco und Jochen Laube, den Weg in das Münchner Pop-Up-Autokino gefunden. Und die schönste Reaktion kam von Maggie Peren nach Premierenende, als wir alle gemeinsam von der Bühne gingen: Vor zwanzig Jahren habe ihre Karriere auf dem Filmfest München angefangen, aber eine so besondere Premiere habe sie noch nie erlebt.

An diesem Abend war eine ganz besondere Stimmung auf dem Kiesgelände im Münchner Norden: Es fing an damit, dass direkt neben dem Autokino ein Riesenrad aufgebaut wurde, eine mehrtägige Zwischennutzung von "Sommer in der Stadt". Das bunt schimmernde Rad aber ließ die Herzen höher schlagen - nicht nur der Zuschauer, sondern auch der Fotografen. Perfekte romantische Premieren-Feeling, aber natürlich mit dem besonderen Kiesglamour des Pop up Autokinos. 20 Minuten nach geplantem Filmbeginn ging es dann auch los, denn an diesem Abend war das Gelände rappelvoll - bis auf den letzten Platz haben sich insgesamt mehr als 500 Menschen auf dem Open-Air-Liegestuhl-Bereich und in den Autos eingefunden.

Alicia von Rittberg (1. Mal Autokino) und Maggie Peren (2. Mal) wurden - wie schon bei den vergangenen Malen - umhupt an die Bühne gefahren. Und dann war es noch die Nacht der Perseiden - zu Hello Again - Ein Tag für immer" konnten die Zuschauer Sternschnuppen im Himmel verglühen sehen.

Es wurde gelacht und in den Autos bestimmt auch geknutscht. "Hello Again" zeigt seine Jungstars in höchster Spielfreude. Alicia von Rittberg als Zazie und Edin Hasanovic sprengen an einem Tag, der sich immer wieder wiederholt, die Hochzeit von Zazie früherem besten Freund - und die Komödie spielt durchgehend lässig mit den Variationsmöglichkeiten, mit saftigen Drehbuchideen, perfekter Kamera und Schnitt. Von Rittberg darf alles machen, was junge Frauenrollen im deutschen Kino eher selten hergeben, Partycrashen, Freunde vergrätzen, abfeiern - und Hasanovic spielt mit Schlafkrankheitsanfällen wunderbar jede Zehntelsekunde auf den Punkt aus. Niemand fällt besser in eine Hochzeitstorte, und dafür hatte er, wie er auf der Bühne sagte, nur einen Take. Emilia Schüle als verbiesterte Braut und Samuel Schneider als schluffig-egozentrischer WG-Beau runden dieses Bild ab. Alle zusammen nahmen am Ende den Applaus entgegen - und durften am Ende auch digital gestellte Zuschauerfragen beantworten. Unter anderem diese: Der Film wurde in Hamburg gedreht, kommt aber in München zur Premiere. Wichtige Frage also: Fischbrötchen oder Weisswurst? Alicia von Rittberg plädierte mit Familienteilen in München und Hamburg für Beides. Und Edin Hasanovic konterte mit Berliner Schnauze: Döner.

Lichthupenmeer nicht nur für diese Antwort: Ein Wiedersehen gibt es bald im Kino. Am 17. September startet unser größter Film im Line-Up in den Kinos. Warner Bros verleiht die Komödie, die Romantik und junge Coolness vereint - und eine Sehnsucht wunderbar bedient: Nach einem gemeinsamen Kinobesuch und einer Riesenradfahrt der Emotionen.

Christoph Gröner