Kino

Mindestabstand sinkt in Berliner Kinos nur mit Maskenpflicht

Das hatte die Kinobranche anders erwartet: Zwar hat der Berliner Senat heute beschlossen, dass der Mindestabstand im Kinosaal sinken darf - aber nur dann, wenn im Gegenzug eine Maskenpflicht im Saal gilt. Was auch noch eine ganze Reihe ungeklärter Fragen aufwirft.

11.08.2020 19:22 • von Marc Mensch
Vergangene Woche hatte der Chef der Berliner Senatskanzlei, Christian Gaebler, noch in Aussicht gestellt, dass die adäquate Belüftung des Saals ausreichend für die Reduzierung des Mindestabstandes sei (Bild: Sandro Halank)

Maskenpflicht im Kinosaal: Gab es bislang nur in zwei Bundesländern, namentlich Bayern und Niedersachsen - und auch dort hatte die jeweilige Regelung nur sehr kurz Bestand. Ohne dass mit ihrer Abschaffung Kinos zu Infektionsorten geworden wären. Nun also versucht sich Berlin in einer Maskenpflicht im Kinosaal - und das als Preis für eine Neuregelung, die anders gedacht war und auf die die Kinobranche schon entsprechend positiv reagiert hatte.

Dass etwas im Argen liegen könnte, hatte sich schon Ende vergangener Woche abgezeichnet, als die Neuregelung doch nicht so umgehend beschlossen wurde, wie dies der Chef der Senatskanzlei, Christian Gaebler, unter anderem gegenüber der B.Z. angekündigt hatte. Nun also wurde kurzfristig das Tragen einer Maske im Saal (neben der adäquaten Belüftung) in das Hygienekonzept aufgenommen, das die Ausnahme vom ansonsten geltenden Mindestabstand regelt.

Berliner Kinobetreibern zufolge sind dabei aber ganz wesentliche Fragen ungeklärt: Wie sieht es mit dem Verzehr im Saal aus? Wie flexibel ist die Maskenpflicht zu handhaben, wenn man zwar hohe Kapazitäten schaffen will, der Saal aber trotzdem unterbesetzt bleibt? Schließlich gilt die Maskenpflicht natürlich weiterhin nicht, wenn es im Saal bei 1,50 Metern Mindestabstand bleibt. Wie aber verhält es sich da bei Gästen, die mit 1,50 Meter Abstand in einem Saal sitzen, in dem andere Gäste diesen unterschreiten (sofern es sich nicht um Gruppen handelt, für die die Kontaktbeschränkungen ohnehin nicht gelten). Und wie steht es mit der Überprüfung?

Eines steht wohl fest: Das war nicht das Signal, auf das man im Vorfeld des Tenet"-Starts gehofft hatte - umso mehr Gewicht bekommt der jüngste Appell des Kinomittelstandes, der auch diesen Punkt umfasst. Einen Punkt, an dem sich auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters bereits hinter die (auch gutachtlich gestützten) Forderungen der Kinobranche gestellt hatte.