Kino

"Entscheidungen mit Weitblick treffen"

In einer Presseerklärung setzt sich die HDF-Vorstandsvorsitzende Christine Berg für gemeinsames Handeln anstelle von Alleingängen in der Krise ein. Ziel müsse es sein, die Möglichkeiten des Marktes zu nutzen.

07.08.2020 12:59 • von Marc Mensch
Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des HDF Kino (Bild: HDF Kino)

Mit einem Statement reagiert der HDF Kino in Person seiner Vorstandsvorsitzenden Christine Berg auf die aktuellen Marktentwicklungen - und appelliert an seine Partner, gemeinschaftlich Wege zu beschreiten, die letztlich im Interesse Aller seien. Wörtlich heißt es in dem Schreiben:

"Die jüngsten Ereignisse rund um die Distribution von Filmen und das Umgehen einer Auswertung im Kino zeigen: Hier wird ein Spiel mit dem Feuer getrieben und in dieser unverschuldeten Krise ein bewährtes sowie erfolgreiches Geschäftsmodell außer Kraft gesetzt. Wenn große, tolle Filme, die für die Leinwand gemacht sind, nicht auch dort gezeigt werden, bleiben die vorhandenen Marktmöglichkeiten ungenutzt.

Daher ist es jetzt umso wichtiger, Entscheidungen mit Weitblick zu treffen und nicht mit Kurzsichtigkeit. Es geht um nichts anderes als um eine 125-jährige Tradition, die sich auch in der heutigen Zeit mehr als bewährt hat und den größtmöglichen Erfolg für alle Marktteilnehmer bedeutet. Eine Auswertung von Filmen im Kino mit exklusivem Zeitfenster gehört unbedingt dazu. Kino ist ein Ort des Geschichtenerzählens. Ohne entsprechenden filmischen Inhalt ist dies nicht möglich. Sollten die Partner der deutschen Kinos auf eine kurzfristig motivierte Verschiebe- und Ausweichtaktik setzen, spielen sie nicht nur mit der Zukunft der Filmtheater, sondern auch mit der Vielfalt und Unabhängigkeit unserer gesamten Branche. Große Filme gehören auf die große Leinwand. Kino schafft ein Erlebnis, das einmalig ist und durch kein Streaming der Welt ersetzt werden kann.

Wir glauben daher fest an die Zugkraft des Kinos und freuen uns darauf, uns jetzt mit Hochdruck auf die bald startenden Filme konzentrieren zu können. Wir als Filmwirtschaft haben es in der Hand, die Besucher anzulocken und die Kinos in ihrer Diversität zu retten - und das können wir auch schaffen. Wenn wir gemeinsam handeln. Partnerschaftlich und mit Weitblick."