Kino

"Studios tun Dinge, die sie normalerweise nicht tun würden"

Bei der Vorstellung der Quartalsbilanz von ViacomCBS äußerte sich CEO Bob Bakish auch zum aktuellen Kurs der Studios. Demnach gingen mit der Pandemie gänzlich neue Regeln einher, die seiner Ansicht nach aber nicht in jedem Fall von Dauer seien. Das Kinofenster sieht er dennoch dauerhaft schrumpfen.

06.08.2020 19:29 • von Marc Mensch
ViacomCBS-CEO Bob Bakish (Bild: ViacomCBS)

"Unwesentlich". Mit diesem Wort wurden in einer Unternehmensmitteilung die Umsätze beschrieben, die Paramount Pictures im abgelaufenen zweiten Quartal zur Bilanz von ViacomCBS beisteuern konnte. In Zahlen ausgedrückt waren es drei Mio. Dollar - ein Summe, die sich natürlich darüber erklärt, dass der Löwenanteil der weltweiten Kinos über das komplette Quartal hinweg geschlossen war. So ist am Ende selbstverständlich Teil der Rechnung, das einzelne Filme auf andere Weise - also über den Weg zu Streamingdiensten - monetarisiert werden konnten.

Andere (große) Titel wie A Quiet Place 2" und Top Gun: Maverick" harren aufgrund ihrer Verlegung natürlich überhaupt noch der Auswertung. Man sei, so ViacomCBS-CEO Bob Bakish gegenüber Analysten, mit deren langfristigerer Verschiebung darauf fokussiert gewesen, deren Wert zu schützen. Schließlich hegt man die Hoffnung, dass die Kinowelt 2021 wieder "gesünder" aussieht. Das Studio jedenfalls sei ein "fantastisches Asset", wie Bakish betonte.

Grundsätzlich wählte er Worte, die auch darauf geeicht schienen, ein wenig von jener Aufregung zu glätten, die jüngste strategische Entscheidungen (darunter der AMC/Universal-Deal und Disneys Kurs für "Mulan") hervorgerufen hatten. So erklärte er, man befinde sich aktuell wahrhaftig in einer Phase der "COVID-Regeln" für die Industrie. "Studios, darunter auch Paramount, tun Dinge, die sie normalerweise nicht tun würden, weil die Kinos geschlossen bleiben. Wir sehen uns der Kinoauswertung weiter verpflichtet - und wir glauben, dass sich Vieles wieder umkehren wird, wenn sich die Welt wieder normalisiert", so Bakish.

Aber - und das ist kein kleines "Aber" - Bakish zeigte sich auch überzeugt davon, dass das Kinofenster nicht unberührt bleiben wird: "Wir sind überzeugt, dass das Kinofenster vermutlich schrumpfen wird und das einige der zuletzt beschrittenen Wege der Monetarisierung - darunter auch strategische - künftig wahrscheinlich alltäglicher werden." Eine direkte Bewertung des AMC/Universal-Deals nahm Bakish auf Nachfrage nicht vor.