Kino

Berlin reduziert Mindestabstand im Kinosaal

Noch in dieser Woche soll der Berliner Gesundheitssenat einem neuen Hygienekonzept seinen Segen erteilen, wonach Kinos in Berlin - Belüftung vorausgesetzt - schon ab kommender Woche mit deutlich erhöhten Kapazitäten spielen können. Die AG Kino-Gilde spricht von einem "wichtigen Signal" - auch für andere Bundesländer.

05.08.2020 09:57 • von Marc Mensch
Christian Gaebler, Chef der Berliner Senatskanzlei (Bild: Sandro Halank)

Nordrhein-Westfalen und Sachsen haben es vorgemacht, nun folgt die Hauptstadt: Auf seiner gestrigen Sitzung hat der Berliner Senat über ein neues Hygienekonzept für Kinos beraten, wonach der Mindestabstand im Saal von 1,50 auf einen Meter reduziert werden soll. Eine Forderung, für die die Kinoverbände auf Bundesebene unter anderem bereits die Rückendeckung der BKM hatten.

"Voraussetzung ist eine Belüftung des Saals", zitiert die B.Z. dazu den Chef der Senatskanzlei Christian Gaebler. Demnach wird erwartet, dass der Gesundheitssenat das Konzept noch in dieser Woche billigt, es dann schon kommende Woche in Kraft treten könnte. Wie die B.Z. weiter berichtet, sehe man die Neuregelung auch als generellen "Testlauf" für weitere Lockerungen im Kulturbereich, demnach würde die Regelung mindestens für die Dauer einer Inkubationsperiode (das wären zwei Wochen) beobachtet werden.

In einer ersten Reaktion heißt es von Christian Bräuer, dem Vorstandsvorsitzenden der AG Kino-Gilde: "Die verantwortungsvolle Reduzierung des Mindestabstands im Kinosaal in Berlin ist ein wichtiges Signal für die gesamte Branche. "Wir danken Senatskanzleichef Christian Gaebler, dem Berliner Senat und dem Medienausschuss des Abgeordnetenhauses für den intensiven Austausch und die sachliche Auseinandersetzung mit dem Ort Kino. Mit der Anpassung wird anerkannt, dass Kinos über geeignete räumliche, organisatorische und technische Gegebenheiten verfügen, um Hygieneauflagen sehr gut umzusetzen."

Die Neuregelung in Berlin sieht nach Angaben des Verbands Abstandsauflagen vor, die sich in vielen europäischen Ländern wie etwa Österreich, der Schweiz, Frankreich, der Niederlande, Dänemark, Finnland, Polen und der Ukraine bewährt hätten In der Praxis bedeute der Abstand von einem Meter (von Sitzmitte zu Sitzmitte), dass zwischen Personen bzw. Personengruppen ein Sitzplatz frei bleiben müsse. Mit dem neuen Hygienen-Rahmenkonzept, das in den kommenden Tagen in Kraft treten soll, werde den Berliner Kinos eine Saalauslastung von bis zu zwei Dritteln ermöglicht.

Nach Nordrhein-Westfalen und Sachsen reduziert mit Berlin damit nun das dritte Bundesland die Abstandsauflagen am Sitzplatz. "Entscheidend ist, dass nun zügig in allen Bundesländern vergleichbare Regelungen umgesetzt werden, um den Kinomarkt in Deutschland sicher ankurbeln zu können und für die Verleiher größere Filmstarts attraktiv zu machen. Idealerweise kommen wir mittelfristig zu bundeseinheitlichen Regelungen zurück," so Bräuer. "Die Kinos haben nach der Wiedereröffnung bewiesen, dass sie um ihre Pflicht wissen, die behördlichen Auflagen sorgfältig und gewissenhaft zum Schutz der Gäste und der Beschäftigten umzusetzen."

Unterdessen kann Bräuer auch mit einer guten Nachricht aufwarten, was den Status Quo im Arthouse in der Phase der Wiedereröffnung anbelange. So erkenne das Publikum das Engagement während der Krise und im Zuge der Wiedereröffnung an. So hätten die wiedereröffneten Arthouse-Kinos im Juli "mit klug kuratierten Programmen und vielen Events" ein Besucherniveau von immerhin rund 50 Prozent des Vorjahreszeitraums erreichen können. "Unser Dank gilt daher den unserem Publikum, das uns mit Gutscheinverkäufen und Spenden während der Schließung solidarisch unterstützt hat und nun wiederkommt.", so Bräuer.