Kino

20. Filmkunstmesse auf Kurs

Noch bis zum 31. August läuft die Akkreditierungsfrist für die diesjährige Filmkunstmesse Leipzig, die Mitte September als erstes zentrales Branchenevent seit Beginn der Pandemie stattfindet. Nun wurden bereits erste Details zum Programm - das unter anderem schon 55 Filme umfasst - sowie zu den besonderen Maßnahmen für eine besondere Veranstaltung bekanntgegeben.

03.08.2020 12:32 • von Marc Mensch
Die 20. Filmkunstmesse Leipzig ist der erste zentrale deutsche Branchentreff seit Beginn der Pandemie - und kann wie geplant stattfinden (Bild: Uwe Frauendorf)

Auch wenn in diesem Jahr Manches anders laufen muss als üblich: An programmatischer Vielfalt wird es der 20. Filmkunstmesse Leipzig keinesfalls mangeln, davon legt schon der aktuelle Stand Zeugnis ab. Knapp einen Monat vor dem Ende der Akkreditierungsfrist für Fachbesucher (noch bis 3. August ist die Anmeldung über die Website möglich), wurden bereits 55 Filme angemeldet, die in den Passage Kinos, der Schauburg und erstmals dem CineStar Leipzig gezeigt werden.

Ausführliche Informationen zur 20. Filmkunstmesse Leipzig (14. bis 18. September 2020) finden Sie unter www.filmkunstmesse.de.

Aufgrund der aktuell geltenden Vorgaben sind die Platzkapazitäten sowohl in den Kinosälen als auch bei den Seminaren natürlich begrenzt. Dem begegnen die Organisatoren nicht nur damit, dass viele Panels auch online übertragen werden; sondern man ist eine Kooperation mit der Online-Sichtungsplattform Cinando eingegangen. In diesem Rahmen wird es Verleihern ermöglicht, ihre Filme zusätzlich zum Screening noch zehn Tage lang allen akkreditierten Fachbesucher*innen online zugänglich zu machen. Die Nachverfolgbarkeit aller Besucher*innen wird mit einem zentralen Ticketsystem, unterstützt von der Kinomarkt Deutschland e, gewährleistet, dieses soll auch eine optimale Nutzung der Platzkapazitäten sicherstellen.

Details zum Filmprogramm, das laut der Veranstalter unter anderem Highlights der Berlinale und Beiträge aus Venedig umfasst, sollen Mitte/Ende August bekanntgegeben werden. Schon jetzt heißt es seitens der AG Kino-Gilde zur bereits gesicherten Filmvielfalt: "Die Verleiher setzen damit in diesen unsicheren Zeiten ein positives Signal für den Markt."

Dass man in diesen schwierigen Zeiten und unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht ganz den üblichen Zulauf wird verzeichnen können, liegt auf der Hand. Die AG Kino-Gilde selbst rechnet derzeit mit etwa 600 Akkreditierten und Gästen, bislang haben sich bereits über 200 Fachbesucher zur diesjährigen Veranstaltung angemeldet.

Naturgemäß ist das Seminarprogramm in diesem Jahr vor allem durch die großen Verwerfungen aufgrund der Pandemie geprägt. So erörtert ein Panel unter dem Titel "Kollaps oder Chance: Welche Weichen müssen für den Film und das Kino in Deutschland für die Zeit mit und nach Corona gestellt werden?" insbesondere die Situation in Deutschland, während ein weiteres Panel unter der Überschrift "Neustart der Filmindustrie: Wie hat sich die Corona-Krise international ausgewirkt?" den weltweiten Markt unter die Lupe nimmt und sich dabei nicht zuletzt mit den Herausbringungsstrategien der Studios befasst.

Aber nicht nur Corona und seine Folgen stehen im Fokus des Seminarprogramms, vielmehr drehen sich die geplanten Veranstaltungen auch um digitales Kundenmanagement, um innovative Programmgestaltung, um Zahlen, Daten und Fakten der internationalen Marktentwicklung, um Kino für die junge Generation, um das Netzwerk für Landkinos und um Nachhaltigkeit im Kino. Außerdem beschäftigt sich das Programm mit Fallstricken im Social-Media-Bereich, gibt einen Überblick über die derzeitigen Förderprogramme für Kinos, bietet eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema "Diversität im Film" und schafft mit "Female Spirit" ein Forum zum Netzwerken für Kino- und Filmemacherinnen.

Austausch und Begegnung in einem sicheren Umfeld zu ermöglichen, ist Ziel des Rahmenprogramms, zu dem natürlich wie gewohnt zwei Preisverleihungen zählen: Die MDM-Programmpreisverleihung am Dienstag, den 15. September, findet in einem kleineren Rahmen mit allen Preisträger*innen in den Salles de Pologne statt. Parallel dazu haben alle Messebesucher*innen die Möglichkeit, sich auf dem nahe gelegenen Richard-Wagner-Platz unter freiem Himmel zu treffen, wo Food Trucks und Getränkestände für das leibliche Wohl sorgen.

Die Gilde Filmpreisverleihung findet am Donnerstag, den 17. September, erneut im Täubchenthal statt. Auch hier sind die Kapazitäten im Saal begrenzt, allerdings können alle Messebesucher*innen die Verleihung vor Ort im großen Außenbereich live verfolgen, auch hier ist stehen Food Trucks und Getränkestände bereit.