Produktion

ARD verlängert Produktionshilfe und fordert Notfallfonds

Die ARD dehnt ihre Produktionsunterstützung bis Ende August nicht mehr für alle Produktionen aus und fordert im selben Atemzug einen Notfallfonds des Bundes für Fernsehproduktionen.

03.08.2020 10:26 • von Michael Müller
ARD-Filmintendantin Karola Wille (MDR) (Bild: MDR/Kirsten Nijhof)

Die ARD verlängert ihre Zusage, sich mit 50 Prozent an Mehrkosten zu beteiligen, die durch Corona-bedingte, auch mehrmalige Produktionsstopps entstehen, bis zum 31. August. Ursprünglich war die Maßnahme bis Ende Juli befristet. Die ARD-Filmintendantin Karola Wille (MDR) sagte: "Als größter Auftraggeber für die Produktions- und Kreativbranche in Deutschland sind wir auch in der Corona-Zeit verlässliche Partner der deutschen Produzentinnen und Produzenten."

Auch können demnach weiterhin Raten bei bestehenden Verträgen zeitlich vorgezogen werden, um die Liquidität von Produktionsfirmen zu verbessern. Vom Bund geförderte TV- und Kinoproduktionen seien im Hinblick auf den angekündigten Ausfallfonds des Bundes von dieser Verlängerungszusage erstmals ausgenommen, heißt es in der Mitteilung am Montag.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen übernehmen die ARD-Anstalten die Finanzierung der Hygienemaßnahmen für Neuproduktionen entsprechend ihres Finanzierungsanteils (in zahlreichen Fällen also zu 100 Prozent), damit die Dreharbeiten wieder aufgenommen werden können.

Dazu führte Wille weiter aus: "Wir stehen zu unserer Verantwortung und unterstützen seit Beginn der Krise mit erheblichem finanziellen Engagement sowie schnellen, pragmatischen Maßnahmen die Kreativwirtschaft."

Ohne eine institutionelle Absicherung der aufgrund der Pandemie weiterhin bestehenden Risiken werde eine weitgehend uneingeschränkte Wiederaufnahme der Drehs allerdings nicht möglich sein. Bisher seien Fernsehproduktionen, die rund 85 Prozent der deutschen Produktionen ausmachen, explizit von dem Covid19-bedingten Ausfallfonds des Bundes ausgeschlossen.

"Deshalb unterstützen wir nachdrücklich die Forderung, den großen Bereich der Fernsehproduktionen in dieser Krisenzeit durch die Bereitstellung eines aus staatlichen Garantien gesicherten Notfallfonds zu unterstützen", sagte Wille. Die Bundesländer hätten bereits signalisiert, ihrerseits Möglichkeiten zur Ausgestaltung eines Ausfallfonds für Fernsehproduktionen zu prüfen. Dies begrüße und unterstütze die ARD: Es müsse gelingen, die Vielfalt und Kreativität der deutschen Produktionslandschaft zu erhalten. Dafür brauche es nun eine enge Zusammenarbeit und Koordinierung.